Untersuchungen von Carry over-Effekten beim Mauersegler

Untersuchungen von Carry over-Effekten beim Mauersegler
Junge Mauersegler im Nest, Foto Jasmin Laura Gerfen

Fördernehmer: Universität Siegen

Zielsetzung: Die Universität Siegen führt seit vielen Jahren Untersuchungen an einer Mauerseglerpopulation durch, die in einer Straßenbrücke über einer Talsperre brütet. Die Stöckmann-Stiftung hat bereits verschiedene Aspekte dieser Forschungen gefördert, u. a. die Ausstattung der Nester mit Ringantennen, die eine Aufzeichnung der Gewichtsentwicklung der Jungvögel und der Fütterleistungen der Altvögel ermöglichen. Mit der neuen Förderung werden GPS-Datenlogger sowie Laptops angeschafft. Die Datenlogger, schonend angebracht auf dem Rücken der Altvögel, ermöglichen die Ermittlung der Flugwege zur Brutzeit und außerhalb der Brutzeit (Zugrouten, Überwinterungsgebiete), die Laptops modernisieren die Datenaufzeichnung aus den Ringantennen. Außerdem wird anhand von Speichelproben von Alt- und Jungvögeln deren Geschlecht bestimmt; die erhaltenen Daten werden mit der Fütterungsleistung und den Flugwegen korreliert.

Projektlaufzeit: März 2026 - Dezember 2027

Enclosure-Versuche zur Wiederansiedlung der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) am Bienener Altrhein / Kreis Kleve

Enclosure-Versuche zur Wiederansiedlung der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) am Bienener Altrhein / Kreis Kleve
Bienener Altrhein (Foto_ Achim Vossmeyer)

Fördernehmer: Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.

Zielsetzung: Bereits zwischen 2011 und 2018 ist der Bestand der Gelben Teichrose (Nuphar lutea) und Weißer Seerose (Nymphaea alba) auf dem Bienener Altrhein drastisch zurückgegangen. Damit fehlen die beschattende und kühlende Wirkung der Blätter bei hohen Temperaturen sowie die das Sediment festigende Wirkung der Rhizome. Zudem ist der Altrhein stärker dem Wellenschlag ausgesetzt. Mögliche Ursachen für den Rückgang der Schwimmblattvegetation sind einerseits eine zu hohe Cypriniden-Population (Karpfen, Brassen) und andererseits der Einfluss großer Wasservögel.

Mittels neuer Anpflanzmethoden für die Teichrose unter kontrollierter Auszäunung und damit Ausschluss des Einflusses der Großfische und Wasservögel soll die Arbeitshypothese geprüft werden.

Projektlaufzeit: 1/2026 – 12/2026

Optimierungsmaßnahmen NNE Borkenberge – Süskenbrocksmoor und Heidelandschaft im zentralen Offenlandbereich

Optimierungsmaßnahmen NNE Borkenberge – Süskenbrocksmoor und Heidelandschaft im zentralen Offenlandbereich
Heidemoor-Knabenkraut (Dacylorhiza maculata ssp. elodes) im Süskenbrocksmoor (Foto: Kerstin Wittjen)

Fördernehmer: Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld e.V.

Zielsetzung: Die vorgesehenen Wiedervernässungs-Maßnahmen durch fraktionierte Grabenanstaue im Süskenbrocksmoor dienen zur Erhaltung eines hochwertigen Moor-Lebensraumkomplexes. Dazu gehört auch das Entfernen aufkommender Gehölze, die so hochwertige Pflanzenarten wie das Heidemoor-Knabenkraut gefährden. Die Art ist landes- und bundesweit extrem selten. Ein zweiter Maßnahmenschwerpunkt zielt auf die Bekämpfung des Stechginsters (Ulex europeaus), der zu den invasiven Pflanzenarten zählt und durch seine Ausbreitung Kernflächen der bedeutenden Sand-Heidevorkommen im zentralen Offenlandbereichs des Nationalen Naturerbes (NNE) Borkenberge gefährdet.

Projektlaufzeit: März 2025 – Dezember 2026

Toxikologische Untersuchungen nicht geschlüpfter Brachvogel-Eier in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern

Toxikologische Untersuchungen nicht geschlüpfter Brachvogel-Eier in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern
Brachvogelküken im Nest (Foto Natalie Busch)

Fördernehmer: Michael-Otto-Institut im NABU e. V.

Zielsetzung: In der Eider-Treene-Sorge-Niederung in Schleswig-Holstein wie auch in Brachvogel-Projektgebieten in Baden-Württemberg und Bayern kommen immer wieder Brachvogel-Eier nicht zum Schlupf, wobei oft schon recht große Küken im Ei absterben. Dieses Phänomen trägt zur Gefährdung dieses Wiesenbrüters bei. Mit Förderung der Stöckmann-Stiftung untersuchte das Michael-Otto-Institut bereits, ob es Hinweise auf eine verringerte genetische Diversität gibt, die dieses Phänomen erklären könnte. Das jetzige Projekt untersucht in Zusammenarbeit mit der Kapodistrian-Universität Athen nicht geschlüpfte Eier auf toxische Kontaminanten. Es kommt eine neuartige Wide-screen-Methode zur Anwendung, mit der das potenzielle Vorkommen einer Vielzahl von Umweltschadstoffen ermittelt wird.

Projektlaufzeit: Juni 2025 – Juli 2026

Moorschutz im Mahlpfuhler Fenn/Sachsen-Anhalt durch umwelt- und naturfreundliche Bewirtschaftung für Wiesenorchideen und Wiesenvögel

Wiese mit Breitblättrigem Knabenkraut (Dactylorhiza majalis); Foto: Georg Verbücheln

Fördernehmer: NABU-Kreisverband Stendal e.V.

Zielsetzung: Es ist eine landschaftsangepasste Moor- und Feuchtwiesenbewirtschaftung unter besonderer Berücksichtigung seltener Wiesenorchideen und unter zusätzlicher Vernässung von insgesamt 7 Standorten in der südlichen Altmark geplant. Die Lebensbedingungen nässeliebender Amphibien und Vogelarten sollen nachhaltig verbessert werden. Weitere Niedermoorflächen sollen angekauft oder langfristig angepachtet werden, so dass im Mahlpfuhler Fenn ein renaturierter Feuchtwiesen-Moorkomplex von ca. 80 ha entsteht.

Projektlaufzeit: Juli 2025 – Dezember 2026