in den Vogelschutzgebieten (VSG) Medebacher Bucht und Diemel-Hoppecketal

Zwei mit Unterstützung der Stöckmann-Stiftung in den Jahren 2023 und 2024 durchgeführten Projekte ermöglichen für die in den VSG Medebacher Bucht und Diemel-Hoppecketal wirtschaftenden Landwirte, künftig Schlepper-Mähbalken ausleihen zu können.
Die Mahdmethode mit Doppelmesser-Mähbalken hat im Vergleich mit der Kreiselmähertechnik sowohl für den Naturschutz als auch die Landwirtschaft eine Reihe von positiven Wirkungen, wie nachstehender Tabelle zu entnehmen ist:

v.c-b-v
Schadintensität Insekten
Schadintensität Amphibien
Traktor- Doppelmessermäher
9 %
21 %
Kreiselmäher (Trommel-/Scheibenmäher)
28 – 40 %
51 %
Wirkung auf Grasnarbe
Glatte Schnittflächen -> zügigerer Wiederaustrieb
Zerfaserte Schnittflächen -> verzögerter Wiederaustrieb, Eintrittspforte für Pilze
Kraftbedarf
–
Gewicht
Mähgeschwindigkeit
Mähbreiten
Wartungsaufwand
Rohascheanteil /Verschmutzung
3x geringer als Kreiselmäher
–
2-2,5x geringer als Kreiselmäher
12 km/h
1,80 – 12 Meter
Höher (durch Pflegemanagement reduzierbar)
Sehr gering
3x höher als Messerbalken (höherer Kapital- und Leistungsbedarf)
2-2,5x höher als Messerbalken
15 km/h
2,20 – 12 Meter
Geringer
Sehr hoch, problematisch v.a. bei Trockenheit
Grün: Aspekte für den Naturschutz
Gelb: Aspekte sowohl für die Landwirtschaft als auch für den Naturschutz
Ocker: Aspekte für die Landwirtschaft
Mit Hilfe des Projektes konnten für die Vogelschutzgebiete schlagkräftige Mähbalken der Firma KEMA in den Jahren 2023 und 2024 angeschafft werden. Alle Balken haben Schnellwechseleinrichtungen, die ein Auswechseln der Messer im laufenden Betrieb erlauben, falls die Messerschärfe zurückgeht. Kerninhalt des Projektes ist der Erhalt der ständigen Einsatz- und damit Verfügbarkeit der Balken in der Mahdsaison: Sie wird durch einen metallverarbeitenden Betrieb aufrechterhalten. Er kümmert sich um die unbedingt notwendige Schnittfähigkeit der Messer und die Schmierung der Geräteträger. Darüber hinaus sorgt er durch die Einweisung der Landwirte dafür, dass die Geräte fachlich regelgerecht eingesetzt werden. Fehlerlose Pflege- und Einsatzroutinen stellen die Grundlage für die Schlagkraft und damit die landwirtschaftliche Akzeptanz für den Einsatz der Geräte dar. Auch für die Langlebigkeit der Geräte ist diese Zuständigkeit von großer Bedeutung. Es wurden Mähbalken mit unterschiedlichen Mähbreiten angeschafft, von 3,20m bis 8,80m können sich die örtlichen Landwirte die für sie am besten geeignete Kombination auswählen.
Die Ausleihe ist kostenpflichtig, mit den eingenommenen Beträgen werden die Leistungen des Landmaschinenhändlers und Ersatz- und Verschleißteile bezahlt. Die Belegung der Einheiten erfolgt mittels Internetkalender über den Landmaschinenhändler oder dem Gebietsbetreuer. Die aktuelle Verfügbarkeit lässt sich per Handy oder Computer stundenaktuell einsehen.
In der ersten Mahdsaison (2023) konnten bereits 55 ha, im Jahr 2024 135 ha Grünland naturschutzgerecht gemäht werden. 2025 waren es 175 ha. Das Projekt sorgt außerdem dafür, dass sich Landwirte durch das Paket „naturverträgliche Mahdtechnik“ ihre Leistungen im Vertragsnaturschutz zusätzlich vergüten lassen können.
