Flora, Vegetation und botanische Schutzeffizienz von 12 Moor-Naturschutzgebieten.

Der aktuelle Zustand geschützter Moore der Westfälischen Bucht:

Flora, Vegetation und botanische Schutzeffizienz von 12 Moor-Naturschutzgebieten.

Akademie für Ökologische Landesforschung e.V. (AföL)

Wie haben sich die Moore im nordwestlichen Münsterland in den vergangenen 40 Jahren entwickelt? Mit dieser Frage hat sich im Auftrag der AföL Prof. Dr. R. Wittig von 2017 – 2022 im Rahmen eines von der Stöckmann-Stiftung finanzierten Projektes beschäftigt.

1980 war eine Abhandlung von Rüdiger Wittig mit dem Titel „Die geschützten Moore und oligotrophen Gewässer der Westfälischen Bucht“ erschienen. Das im Jahre 2022 abgeschlossene Projekt hatte zum Ziel den heutigen Zustand der Moore durch eine Wiederholungsuntersuchung mit der damals vorgefundenen Situation zu vergleichen. Die Ergebnisse des Projektes haben im Jahr 2023 Eingang in eine Buchpublikation (s.u.) gefunden, die zugleich den offiziellen Abschlussbericht des Förderprojektes repräsentiert.

Wiedervernässter Torfstich (Foto: Kerstin Wittjen)
Venner Moor (Foto: Kerstin Wittjen)

Einleitend werden darin die vorgefundenen Vegetationseinheiten und die Erfassungsmethodik, analog der Ersterfassung, vorgestellt. Kern der Abhandlung sind die gebietsspezifischen Ergebnisse der detaillierten floristisch-vegetationskundlichen Analyse, die jeweils in zahlreichen Übersichtstabellen erschöpfend dokumentiert werden. Farbige Vegetationskarten in direkter Gegenüberstellung (1980 – 2020), erlauben einen augenfälligen Vergleich der Altkartierung mit den aktuellen Kartier-Ergebnissen. Eine Aufarbeitung zwischenzeitlicher Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen sowie eine Bilanzierung der Gebietsentwicklung und Anmerkungen zur Schutzeffizienz und Hinweisen zur künftigen Pflege runden die Gebietskapitel ab.

Im Ergebnis des Förderprojekts hat sich u.a. gezeigt, dass trotz der widrigen Rahmenbedingungen durch den fortschreitenden Klimawandel, in der Hälfte der untersuchten Moorgebiete der Anteil der hochmoortypischen Regenerationskomplexe zugenommen hat. Das wird auf ein gutes Management durch die zuständigen Naturschutzbehörden und die Biologischen Stationen zurückgeführt. Verluste hat es bei den Glockenheiden und den Feuchtheiden gegeben.

Eine Wiederholungsuntersuchung nach 40 Jahren durch denselben Autor ist für NRW, wenn nicht für Deutschland, einmalig.

Buchpublikation:

Wittig, R. (Hrsg.): Moore in der Westfälischen Bucht – Flora, Vegetation und botanische Schutzeffizienz von 12 Moor-NSG. – Abhandlungen aus dem Westfälischen Museum für Naturkunde 105 (2023), 440 S.