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Entwicklung von Lockmitteln für Wölfe
als Teil eines Forschungsprojekts


Der Wolf ist zurück in Deutschland. 150 Jahre nach der Ausrottung des verfemten Beutegreifers leben heute wieder rund 130 Wolfsrudel
– als solche werden die Familienverbände bezeichnet – in Deutschland
.

2021 U10 10033 BILD 08Der Wolf ist zurück – auch in Deutschland. 

In zwölf der 16 Bundesländer gibt es Wolfsvorkommen. Schon bald könnten es noch sehr viel mehr sein. Das Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin modellierte, dass Deutschland gemessen an den Lebensraum-Ansprüchen der Tiere ein Potenzial für insgesamt 700 bis 1400 Wolfsreviere hat.

Um das Zusammenleben von Mensch und Wolf in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Deutschland verträglich zu gestalten und damit auch die Akzeptanz für den Wolf zu erhalten, sind umfangreiche Kenntnisse der Lebensweise der heimlichen Jäger in der Kulturlandschaft erforderlich. Eines der besten Mittel dazu ist die Ausstattung von einzelnen Wölfen mit GPS-Sendern. Diese Methode wird seit langem bei vielen Wildtierarten angewendet und bietet metergenaue aktuelle Informationen über den Aufenthaltsort eines Tieres. Die Daten lassen Rückschlüsse auf die Lebensweise und das Verhalten der Tiere zu. Um die Wölfe zu besendern, müssen die schlauen Tiere aber zunächst gefangen werden. Diesem Ziel dient das Projekt „Entwicklung von Lockmitteln für Wölfe“ des Instituts für Wildbiologie Göttingen, Dresden (IWGD). Zwar werden Wölfe bereits seit langem in Fallen gefangen. Eine Weiterentwicklung der Strategien zum Anlocken von Wölfen würde die Erfolgschancen beim Fang aber erheblich steigern und somit die Ausgangslage für die Erforschung und das Management von Wölfen in Deutschland deutlich verbessern.

2021 U10 10033 BILD 01 02Im Rahmen des Projektes wurde bisher die Lockwirkung von verschiedenen Duftstoffen auf Wölfe getestet, insbesondere Drüsensekret und Urin verschiedener Säugetiere.
Geplant ist, verschiedene Köder und olfaktorische Lockstoffe im Gehege und vor allem in der freien Wildbahn auf ihre Wirkung zu testen. Ziel des Vorhabens ist es, innerhalb eines Jahres einen praxistauglichen Ansatz zu finden und – wenn möglich – umfangreich im Freiland zu erproben. Seitens des IWGD sollen die Ergebnisse in die laufenden oder geplanten Forschungsprojekte zum Wolf integriert werden, unter anderem in den Fang und die Besenderung von Wölfen. Für die Freilandexperimente sollen der Truppenübungsplatz Grafenwöhr und die angrenzenden Waldbereiche genutzt werden. Durch ein laufendes Forschungsvorhaben ist dort schon eine umfangreiche Infrastruktur vorhanden, die für den Test von Lockmitteln genutzt werden kann. Im Rahmen der Freilandexperimente als besonders attraktiv identifizierte Lockstoffe können so großräumig getestet werden. Auch Störfaktoren oder ungewollte Manipulationen der Feldexperimente etwa durch Spaziergänger oder Hunde können auf dem Truppenübungsplatz aufgrund eines generellen Betretungsverbots ausgeschlossen werden.


 Die Videos zeigen Aufnahmen aus den Territorien von Wolfsrudeln in Polen. Dort wurden an zahlreichen – regelmäßig von Wölfen frequentierten – Plätzen Proben ausgebracht. Das Verhalten der Tiere wurde mit Hilfe von Kamerafallen über 12 Wochen beobachtet. 

Eine Weiterentwicklung der Strategien zum Anlocken von Wölfen würde die Erfolgschancen beim Fang erheblich steigern und somit die Ausgangslage für die Erforschung und das Management von Wölfen in Deutschland deutlich verbessern. Auf diese Weise liefert das geplante Vorhaben eine Basis für erfolgreiche, aussagekräftige Telemetriestudien zum Wolf, die eine wichtige Grundlage für einen faktenbasierten Umgang mit dieser faszinierenden Tierart in Deutschland sind.

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