Naturschutzfachlich optimierte Mahd 

in den Vogelschutzgebieten (VSG) Medebacher Bucht und Diemel-Hoppecketal

Naturschutzfachlich optimierte Mahd in den Vogelschutzgebieten (VSG) 
Medebacher Bucht und Diemel-Hoppecketal

Zwei mit Unterstützung der Stöckmann-Stiftung in den Jahren 2023 und 2024 durchgeführten Projekte ermöglichen für die in und Diemel-Hoppecketal wirtschaftenden Landwirte, künftig Schlepper-Mähbalken ausleihen zu können.

Die Mahdmethode mit Doppelmesser-Mähbalken hat im Vergleich mit der Kreiselmähertechnik sowohl für den Naturschutz als auch die Landwirtschaft eine Reihe von positiven Wirkungen, wie nachstehender Tabelle zu entnehmen ist:

Traktor- Doppelmessermäher

Kreiselmäher (Trommel-/Scheibenmäher)

Mit Hilfe des Projektes konnten für die Vogelschutzgebiete schlagkräftige Mähbalken der Firma KEMA in den Jahren 2023 und 2024 angeschafft werden. Alle Balken haben Schnellwechseleinrichtungen, die ein Auswechseln der Messer im laufenden Betrieb erlauben, falls die Messerschärfe zurückgeht. Kerninhalt des Projektes ist der Erhalt der ständigen Einsatz- und damit Verfügbarkeit der Balken in der Mahdsaison: Sie wird durch einen metallverarbeitenden Betrieb aufrechterhalten. Er kümmert sich um die unbedingt notwendige Schnittfähigkeit der Messer und die Schmierung der Geräteträger. Darüber hinaus sorgt er durch die Einweisung der Landwirte dafür, dass die Geräte fachlich regelgerecht eingesetzt werden. Fehlerlose Pflege- und Einsatzroutinen stellen die Grundlage für die Schlagkraft und damit die landwirtschaftliche Akzeptanz für den Einsatz der Geräte dar. Auch für die Langlebigkeit der Geräte ist diese Zuständigkeit von großer Bedeutung. Es wurden Mähbalken mit unterschiedlichen Mähbreiten angeschafft, von 3,20m bis 8,80m können sich die örtlichen Landwirte die für sie am besten geeignete Kombination auswählen.

Die Ausleihe ist kostenpflichtig, mit den eingenommenen Beträgen werden die Leistungen des Landmaschinenhändlers und Ersatz- und Verschleißteile bezahlt. Die Belegung der Einheiten erfolgt mittels Internetkalender über den Landmaschinenhändler oder dem Gebietsbetreuer. Die aktuelle Verfügbarkeit lässt sich per Handy oder Computer stundenaktuell einsehen.

In der ersten Mahdsaison (2023) konnten bereits 55 ha, im Jahr 2024 135 ha Grünland naturschutzgerecht gemäht werden. 2025 waren es 175 ha. Das Projekt sorgt außerdem dafür, dass sich Landwirte durch das Paket "naturverträgliche Mahdtechnik" ihre Leistungen im Vertragsnaturschutz zusätzlich vergüten lassen können.

Kartierung alter Kirschbäume und seltener regionaltypischer Kirschsorten im Kreis Kleve durch den Verein Landschaftspflege im Kreis Kleve e.V. (LIKK e.V.)Vergessenen Kirschsorten auf der Spur

Vergessenen Kirschsorten auf der Spur

Carina Pfeffer
Im Wielpützfeld 7a
51503 Rösrath
info@pfeffer-land.de
www.pfeffer-land.de
02205 - 2095

In den Jahren 2023 und 2024 wurde durch den Verein Landschaftspflege im Kreis Kleve e.V. (LIKK e.V.) ein Projekt initiiert und durchgeführt mit dem Ziel der Erfassung und Kartierung alter Kirschbäume und der Identifizierung seltener regionaltypischer Kirschsortenim Kreis Kleve. Die Sortenbestimmung erfolgte durch erfahrene Pomolog(inn)en. Im Vorfeld der Kartierung wurde auch die Bevölkerung aufgerufen Baumstandorte zu melden. Im Rahmen der Aufsuchung der Kirschbäume vor Ort wurden die Standorte per GPS erfasst und die Bäume und die Kirschen fotografiert.

Ein historischer Abriss mit Bezug zum Kreis Kleve macht deutlich, dass der Kirschenanbau in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Durch diese Entwicklung sind die alten Sorten akut vom Aussterben bedroht.

Die Ergebnisse der aktuellen Kartierung waren überraschend. Es wurden zahlreiche, z.T. uralte (> 100 Jahre) alte Kirschbäume nachgewiesen mit einer großen Zahl bisher z.T. unbekannter Lokalsorten, speziell in einem kleinen ehemaligen Kirschanbaugebiet um die Gemeinden Pfalzdorf, Louisendorf und Neulouisendorf.

Es konnten in Summe 428 Kirschbäume mit insgesamt 75 (davon 35 Süßkirschen) verschiedenen Kirschsorten nachgewiesen werden, die meisten davon in sehr niedrigen Stückzahlen. Es gibt frühe, mittelreife und späte sowie gelbe, rote und rot-bunte Knorpel-, Speck-, Herz- und Lackkirschen mit z.T. klangvollen Namen wie „Niederrheinische Transparente“, „Kronprinz von Hannover“, „Flamentiner“, „Prinzessin“ oder „Honigs Bunte Herzkirsche“. Die Kartierung hat deutlich gemacht , dass alle alten Regialsorten hochgradig gefährdet sind, da keine Vermehrung mehr stattfindet.

Schwarze Weinkirsche auf Obstweide in Uedem (Fotos © Carina Pfeffer)
Fromms Herzkirsche (Fotos © Carina Pfeffer)

Die Sorte „Lackkirsche“ hat sich als große Überraschung entpuppt, denn sie ist die „zahlenmäßig am stärksten vertretene Kirsche am Niederrhein und dabei auch noch eine bis dato in Deutschland nahezu unbekannte Sorte“.

Mit der Erfassung der Kirschen ist die Grundlage dafür gegeben, um durch die Gewinnung von Reisern für die Veredlung regionale Sorten vor dem Aussterben zu retten. Als besonders wertvolles Nebenergebnis hat sich gezeigt, dass einige früh reifende Kirschen nicht bzw. kaum von der Kirschfruchtfliege befallen werden, die zusammen mit der aus Asien eingeschleppten Kirschessigfliege ein großes Problem im Erwerbskirschenanbau darstellt. Die hellen, gelb-bunten Sorten werden von der Kirschessigfliege nicht befallen, und auch Vögel fressen diese weniger.

Das Projekt hat gezeigt, dass die untersuchten Kirschbäume in den Obstwiesen einen hohen kulturhistorischen Wert haben und ihre überraschend hohe genetische Vielfalt eine wertvolle Ressource für die Zukunft darstellt.

Naturschutzfachlich optimierte Mahd im künftigen VSG Diemel-Hoppecketal

Naturschutzfachlich optimierte Mahd im künftigen VSG Diemel-Hoppecketal

Mit dem Kauf geeigneter traktorgeführter Doppelmesserbalken soll auf hochwertigen Grünlandstandorten im Bereich des künftigen Vogelschutzgebietes Diemel- und Hoppecketal eine insektenfreundliche und klimaangepasste Mahd durchgeführt werden.

Das Projekt wird naturschutzfachliche (Insektenschonung, Gewichtseinsparung) und landwirtschaftliche Interessen (Treibstoffeinsparung, Reinheit des Futters, schnelleres Anwuchsverhalten nach der Mahd, Einsatz im steilen Gelände) zusammenführen. Eine Flankierung durch Anpassungen im Vertragsnaturschutz des Kreises wurde bereits vorgenommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Reaktivierung praktischen Wissens im Führen der o.g. Technik und die langfristige Einrichtung logistischer (Maschinenring) und infrastruktureller (Ersatzteile) Grundvoraussetzungen zur langfristigen Etablierung der Mahdtechnik. Beide Aspekte führten im Mähbalkenprojekt innerhalb des in Ausweisung begriffenen Vogelschutzgebietes zu einer noch engeren Vernetzung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft. Der Einsatz der Balkenmähertechnik wird dazu beitragen, dass das vorgestellte Projekt als praktikable Mahdalternative zu Rotationsmähwerken (Trommel- und Scheibenmäher) von den Landwirten erkannt wird.

Drohnen zum Schutz von Wiesenbrüter-Gelegen in Soest

Hilfe aus der Luft
Start der Drohnenbefliegung kurz nach Sonnenaufgang (Foto © B. Beckers)

Im Rahmen des Wiesenvogelschutzes im Kreis Soest macht sich auch die Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz - Biologische Station Soest (ABU) die moderne Technologie zunutze. Drei Jahre lange wurde eine Drohne zum Auffinden von Wiesenbrütergelegen eingesetzt. Ein Modellprojekt, von dem auch andere Natur- und Wiesenvogelschützer profitieren können. 

Zum Schutz von Wiesenvögeln, wie Kiebitz, Großer Brachvogel, Knäkente, Löffelente und Wachtelkönig, ist es in landwirtschaftlich genutzten Gebieten häufig erforderlich, die genauen Standorte von Gelegen zu kennen. So können beispielsweise Flächen bei der landwirtschaftlichen Nutzung ausgespart werden.

Aus 5 m Flughöhe erkennt man deutlich vier Eier (Foto © ABU)

Diese Nestsuche ist in der Praxis oft nicht einfach und mit einem großen Zeitaufwand verbunden. Meist ist dies auch mit einer Störung des brütenden Vogels verbunden. Deshalb wird bereits seit einiger Zeit auf Drohnen zurückgegriffen, die ein Gebiet überfliegen und dabei Fotos für die weitere Auswertung aufnehmen können. Mit Unterstützung der Stöckmann Stiftung e. V. hat die ABU ein Projekt starten können zu der Frage, inwieweit sich Drohnen im Wiesenvogelvogelschutz einsetzen lassen. Es wurde eine Drohne mit Wärmebildkamera und Tageslichtkamera drei Jahre lang beim Wiesenvogelschutz getestet. Der Fokus lag hierbei auf Einsatzmöglichkeiten bei der Suche von Gelegen und Jungvögeln von verschiedenen Arten.

Ein Umschalten auf die Tageslichtkamera hilft bei der Bestimmung: Brachvogelnest (Foto © ABU)

Beflogen wurden am frühen Morgen kurz nach Sonnenaufgang - bei noch niedrigen Luft- und Bodentemperaturen - vor allem Grünlandflächen in Naturschutzgebieten sowie Ackerflächen und einige Vertragsnaturschutzbrachen in der Hellwegbörde in einer Höhe von ca. 35 Metern. Auf der Wärmebildkamera bilden sich bei einem großen Temperaturunterschied warme Körper als helle Punkte ab. Wird ein solcher Wärmehotspot entdeckt, lässt sich das Bild auf eine Tageslichtkamera umschalten, mit der der Punkt überprüft und die Art ermittelt werden kann. Hierzu kann die Flughöhe etwas reduziert werden. Der genaue Standort wird mittels GPS ermittelt und gespeichert. 

Mit der Drohne wurde ein Nest der Knäkente gefunden. Interessant sind die nach oben zugezogenen Grashalme (Foto © C. Härting)

Neben Nestern konnten Küken gefunden werden. Bruterfolg und Aufenthaltsbereiche von Familien lassen sich so feststellen. 

In den drei Jahren wurden insgesamt 552 ha beflogen und 56 Gelege von zehn Arten gefunden, und zwar von Kiebitz, Großer Brachvogel, Löffelente, Knäkente, Reiherente, Stockente, Feldlerche, Flussregenpfeifer und Blässhuhn. Bei Kiebitz und Großem Brachvogel konnten auch die Küken erfasst werden. Beim Wachtelkönig wurden mehrere Flächen mit rufenden Männchen beflogen, es erfolgte jedoch kein Nestfund. Offen bleiben muss die Frage, ob bei einem Nichtfund eines Geleges dieses mithilfe der Drohne nicht gefunden werden konnte oder es kein Gelege gab. 

Insgesamt betrachtet muss festgehalten werden, dass der Einsatz von Drohnen eine sinnvolle Ergänzung und Unterstützung im Wiesenvogelschutz sind!  Projektdauer 2020-2024

Weiterentwicklung der App NaturaList

Weiterentwicklung der App NaturaList Erfassung von Verhaltensweisen und Habitaten
bei Vogelbeobachtungen

Viele Menschen tragen ihre Vogelbeobachtungen im Online-Portal ornitho.de ein und leisten damit einen Beitrag zu einem der größten Citizen-Science-Projekt im Bereich der Natur. Der dazugehörigen App NaturaList fehlen noch wichtige Funktionen, die mit Hilfe dieses Projekts ergänzt werden sollen.

Ziehende Kraniche sind im Februar und März sowie im Oktober und November ein beeindruckendes Naturschauspiel. Ob die Kraniche zogen und in welche Richtung oder ob sie rasteten, ist für viele Fragestellungen wichtig. (Foto © Mathias Putze)

ornitho.de ist die größte bürgerwissenschaftliche Online-Plattform für Vogelbeobachtungen in Deutschland. Zehntausende Menschen geben ihre Beobachtungen dort ein – gleich, ob es sich um Raritäten oder Allerweltsvogelarten handelt. Bisher gibt es mehr als 50 Millionen Einträge. Auf diese Weise entsteht ein Datenschatz, aus dem die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Dachverbands Deutscher Avifaunisten ein umfassendes Bild zum Zustand der Vögel in Deutschland ermitteln können.

Mit dem Projekt soll die App NaturaList von ornitho.de und anderer ornitho-Portale um die Eingabemöglichkeit für Angaben zum Verhalten (ziehend, rastend, Schlafplatz u.a.) sowie zu vor allem landwirtschaftlichen Nutzungstypen erweitert werden. Die App erfreut sich unter Naturbeobachtenden einer großen und stark wachsenden Beliebtheit. (Foto © Christopher König)

Neben der gesichteten Vogelart werden bei der Eingabe über die Webseite auch sehr wichtige Begleitinformationen festgehalten, die eine Einordnung der Beobachtung ermöglichen und die für die weitere wissenschaftliche und naturschutzfachliche Auswertung von großer Bedeutung sind. Beispielsweise wird erfasst, ob ein Vogel rastet oder zieht, welche Form der landwirtschaftlichen Nutzung ein Lebensraum aufweist, in dem der Vogel nachgewiesen wurde oder in welche Richtung ein Zugvogel unterwegs ist. Erst aus diesem Puzzle aus Einzeldaten lässt sich ein komplettes Bild für die Auswertung ableiten. Die Möglichkeit, solche Informationen standardisiert einzugeben, besteht derzeit aber nur über die Webseite.

Blässgänse sind in weiten Teilen Norddeutschlands vom Herbst bis zum Frühjahr Wintergäste in großer Zahl. Für viele Fragestellungen des Naturschutzes ist nicht nur wichtig zu wissen, wie viele es sind und wo sie Nahrung suchen oder übernachten, sondern auch, auf welchem landwirtschaftlichen Nutzungstyp sie sich aufhalten. (Foto © Hans Glader)

Die gerade im Freiland viel eingesetzte dazugehörige App NaturaList lässt dies bislang nicht zu. Ziel dieses Projekts ist es daher, in der App NaturaList eine Eingabemöglichkeit zur standardisierten Erfassung von Verhaltensweisen und Habitaten bei Vogelbeobachtungen zu ergänzen. Damit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, dass die Auswertungsmöglichkeiten für wissenschaftliche Fragestellungen und Nutzung der Daten für Fragen des praktischen Vogelschutzes weit über ornitho.de hinaus deutlich erweitert werden. Mit der Erweiterung wird somit das gesamte ornitho.de-Angebot noch relevanter und breiter – auch international – nutzbar.

Schutz von Nistkästen vor dem Waschbären

Schutz von Nistkästen vor dem Waschbären

Waschbären sind als Nesträuber an Vogelnistkästen ein großes Problem in einigen Regionen Deutschlands. Ein Projekt der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld will wirksame Schutzvorrichtungen entwickeln.

Waschbären sind mittlerweile vielerorts in Deutschland heimisch. (Foto © Claudia Quirini-Jürgens)

Waschbären gehören zu den erfolgreichsten tierische Neubürgern in Europa. Aus wenigen Tieren, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Pelztierfarmen entkommen konnten, ist eine große Population von geschätzt mehr als 1,5 Millionen Tieren allein in Deutschland geworden. Für die hiesigen Ökosysteme sind die ursprünglich in Nordamerika heimischen Säugetiere ein großes Problem. Sie sind Alleskönner und in der Lage, weite Strecken zu wandern, extrem gut zu klettern, zu greifen und auch zu schwimmen. Auf diese Weise erreichen die Tiere sehr effektiv auch die Gelege vieler Vogelarten. Wegen der von ihnen ausgehenden Gefährdung des ökologischen Gleichgewichts in hiesigen Lebensräumen ist die Art als „invasiv“ eingestuft und soll möglichst zurückgedrängt werden.

Das Verhalten der Wachbären wurde mit Hilfe von Wildkameras dokumentiert. Verwendet wurden Nistkästen mit einem Prädatorenschutz.

Neben einer aktiven Reduzierung der Waschbärbestände durch Verfolgung sind Schutzmaßnahmen für Vogelbrutstätten ein weiterer Weg, den ökologischen Schaden durch die invasive Tierart zu begrenzen. Diesem Ziel dient das Projekt „Untersuchung zum Prädationsschutz der Vögel an Nistkästen gegen den Waschbären“ der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld. Ziel des Vorhabens ist es, praktische Schutzvorrichtungen gegen ein Ausplündern von Gelegen durch Waschbären zu entwickeln.

Ein Wachbär versucht, in einen Nistkasten einzudringen. (Foto © Conny Oberwelland)

Dazu soll mit Hilfe von Wildkameras das Verhalten der Tiere an Nistkästen untersucht werden. Für diese Untersuchung werden Nistkästen mit Schutzvorrichtungen gegen Waschbären genutzt und es wird beobachtet, wie die Tiere versuchen, sich Zugang zu verschaffen. Aus den Erkenntnissen sollen verbesserte Schutzvorrichtungen entwickelt werden. Dazu könnten Drahtkonstruktionen, als „Abstandshalter“ dienende Bretter und andere Lösungen gehören. Ergänzend sollen Untersuchungen an in Gefangenschaft lebenden Waschbären weitere Erkenntnisse liefern. So sollen in Gehegen mit Waschbären mit Lockmitteln präparierte Kästen mit verschiedenen Schutzvorrichtungen getestet werden. Davon erhoffen sich die Projektverantwortlichen auch Aufschluss darüber, ob die Waschbären sich neue Techniken zur Überwindung des Schutzes aneignen können.

Wiederherstellung von Röhrichten am Niederrhein

Förderung und Wiederherstellung von Röhrichten am Niederrhein

Die Ausbreitung des ursprünglich in Südamerika heimischen Nutrias bedroht die Röhrichtbestände am Niederrhein. Die Bekämpfung des invasiven Säugers und Neuanpflanzungen sollen hochwüchsige Röhrichte zurückbringen.

Die Altarme am Niederrhein sind wertvolle Lebensräume.

Hohe und dichte Röhrichtbestände entlang von Seen und Altarmen gehören zu den wertvollsten und typischsten Elementen der niederreinischen Landschaft. Sie sind auch ein wichtiger Bestandteil des europaweit geschützten Landschaftstyps „Eutrophe Gewässer“ und bieten vielen Vogelarten einen Brutplatz. Ohne sie könnten lebensraumtypische und teilweise stark bedrohte Arten wie Rohrdommel, Teich- und Schilfrohrsänger, Knäkente, Wasserralle, Blaukehlchen oder Tüpfelsumpfhuhn nicht überleben. Auch für die letzten Trauerseeschwalben NRWs können lückige Rohrkolbenbestände einen natürlichen Brutplatz bieten.

Gewässer bei Rees – (A) Binener Altrhein, (B) Millinger Meer, (C) Hurler Meer

Selbst in den wertvollsten Naturschutzgebieten am Niederrhein, etwa dem Bienener Altrhein, dem Millinger und Hurler Meer und dem Empeler Meer sind Röhrichtbestände aber stark unter Druck geraten. So hat das Rohrkolben-Röhricht am Bienener Altrhein in den vergangenen Jahren einen Rückgang um 90 Prozent erlitten. Grund dafür ist die Ausbreitung des ursprünglich in Südamerika heimischen Nutria – auch Biberratte oder Coypu genannt.

Knäkente, Rohrdommel und Wasserralle gehören zu den wertvollsten Naturschätzen am Unteren Niederrhein.
Knäkente (Foto © D. Daniels) / Rohrdommel (Foto © F. Böhringer) / Wasserralle (Foto © P. Dalous)
Der Nutria (Myocastor coypus) ist eine invasive Tierart, die große Schäden in Ökosystemen verursacht. (Foto © Manfred Richter)

Aus wenigen Tieren, die in den 1930er Jahren aus Pelzfarmen entkommen sind, hat sich eine fest etablierte Population entwickelt. Die Tiere fressen die Unterwasser- und Ufervegetation und verändern durch ihre Grabtätigkeit die Hydrologie von Gewässern. Das Bundesamt für Naturschutz stuft die Art als invasiv – also schädlich für die hiesigen Ökosysteme – ein. Nutrias befinden sich auf der sogenannten Managementliste und sollen soweit wie möglich durch Verfolgung aus den Lebensräumen wieder zurückgedrängt werden. Die systematische Bekämpfung der Nutrias ist daher auch eine zentrale Maßnahme des Projekts, mit dem hochwüchsige Röhrichtarten wieder an ihre traditionellen Standorte insbesondere am Bienener Altrhein zurückgebracht bzw. noch bestehende Bestände gefördert werden sollen.

Initialpflanzung mit Schlank-Segge (Carex gracilis) und Rohrkolben-Röhricht am Bienener Altrhein

Die zweite Säule zur Erreichung des Projektziels sind gezielte Initial-Anpflanzungen, deren Wachstum über eine Dynamisierung der Wasserstände weiter gefördert werden soll. Zusätzlich sollen am Millinger Meer neue Flachwasserzonen und Röhrichtstandorte geschaffen werden.

Nachtschwalben – Störung durch Lärm

Wie stark reagieren Nachtschwalben auf Störungen durch Großveranstaltungen?

Im dichtbesiedelten NRW sind Vögel auch häufig Störungen durch menschlich verursachten Lärm und Licht ausgesetzt. Ornithologen erforschen nun die Auswirkungen auf eine bedrohte Vogelart – die Nachtschwalbe.

Nachtschwalben werden auch Ziegenmelker genannt
(Foto © Morel Mike)

Wirksamer Vogelschutz kann nur gelingen, wenn es ausreichende Informationen darüber gibt, welche Einflüsse Vögel besonders beeinträchtigen. Das gilt in einer dicht besiedelten Region wie Nordrhein-Westfalen in besonderem Maße. Neben der zunehmenden Knappheit von Lebensräumen spielen auch in bestehenden Lebensräumen Störfaktoren wie Lärmbelastung und Licht bei Nacht eine wichtige Rolle. Das gilt für besonders stark spezialisierte Vogelarten wie die Nachtschwalbe (auch Ziegenmelker genannt) besonders. So haben Schweizer Wissenschaftler nachgewiesen, dass selbst aufwendige Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums für die Nachtschwalbe nicht zu einer Erhöhung der Bestände geführt haben. Der Grund: Die in den vergangenen Jahrzehnten beständig angestiegene Lichtverschmutzung macht den Lebensraum für die hochspezialisierten Nachtvögel nicht mehr nutzbar.

Die Auswirkungen von Veranstaltungen mit Lärm und Lichtshows auf nahegelegene Lebensräume sollen im Rahmen des Projekts genauer unter die Lupe genommen werden. (Fotos © privat)

Um mehr über die Störempfindlichkeit der Nachtschwalben herauszufinden, initiierte die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft mit ein Forschungsprojekt zur Störungstoleranz der in der Roten Liste des Landes NRW als „stark gefährdet“ geführten Art, die auch europaweit den höchsten Schutzstatus genießt.

Das Untersuchungsgebiet ist die Umgebung des Flughafens Weeze am Niederrhein. Dort brüten noch etwa zehn Paare Nachtschwalben in geringer Entfernung zu den Leiteinrichtungen für die Start- und Landebahn. Außerdem gibt es auf dem ehemaligen Militärflugplatz ein sogenanntes Eventgelände, auf dem während der Brutzeit von Juni bis August an Wochenenden abendliche und nächtliche Veranstaltungen statt.

Die Auswirkungen von Veranstaltungen mit Lärm und Lichtshows auf nahegelegene Lebensräume sollen im Rahmen des Projekts genauer unter die Lupe genommen werden. (Foto © Stefan R. Sudmann)

Mitte Juli findet zudem eine Großveranstaltung mit 70.000 Besuchern pro Tag an einem verlängerten Wochenende statt, bei dem das Veranstaltungsgelände großflächig ausgeleuchtet ist. Hinzu kommen Pyrotechnik auf den Showbühnen und Höhenfeuerwerk.

In einer Voruntersuchung wurden drei männliche Nachtschwalben gefangen und mit Sendern ausgestattet. Über die Ortung der Tagesruheplätze der auf dem Boden brütenden Vögel wurden auch Nester gefunden. In deren Nähe wurden Nestkameras installiert, die Aufschluss über die nächtlichen Aktivitäten geben sollen. Gleichzeitig werden die Aktivitäten der besenderten Männchen mittels Peilstationen im Gelände überwacht. Licht- und Schallmessungen komplettieren die Datenaufnahme.

Gut getarnt verbringen Nachtschwalben den Tag an Ruheplätzen meist auf dem Boden (Foto © Stefan R. Sudmann)

Wegen der coronabedingten Einschränkungen gab es im ersten Jahr der Untersuchung nur wenige Störreize, so dass dieses Jahr als Testlauf und Vergleichswert genutzt wurde. Nach dem Ende der Coronabeschränkungen wird es durch genehmigte Veranstaltungen im Umfeld des Brutgebiets wieder zu vermehrten Störreizen kommen, deren Auswirkungen auf die Vögel dann ermittelt werden sollen.

Die Forschung ist auch unmittelbar für den Naturschutz relevant, weil sie beispielsweise auch Aufsichtsbehörden Hinweise geben kann, wann es nötig ist, bestimmte Verbote oder Beschränkungen zum Schutz der Vögel zu erlassen und wann darauf verzichtet werden kann. Damit können die Ergebnisse auch einen Beitrag zu einem verträglichen Miteinander von Natur und Mensch beitragen.

Wiederansiedelung von Pflanzenarten

„Wiederansiedlung von Pflanzenarten“ im Westmünsterland

Die Stiftung Natur und Landschaft Westmünsterland hat sich zur Aufgabe gemacht, (ehemals) heimische Pflanzenarten feuchter/nasser und nährstoffarmer Standorte, an Heide- und Moorgewässern im Westmünsterland wieder anzusiedeln. Viele dieser Pflanzenarten sind durch den Verlust an geeigneten Gewässern aus unserer Landschaft verschwunden.

Das Projekt möchte verschollene oder bedrohte Pflanzenarten in ihre ehemaligen Lebensräume zurückbringen, hier ein Bestand der Wasserlobelie (Lobelia dortmanna)

Der Schutz der biologischen Vielfalt steht weit oben auf der politischen Agenda. Er ist Ziel auf allen politischen Ebenen – von den Vereinten Nationen, über die nationale bis hin zu kommunalen Ebene. Letztlich müssen Förderung und Erhalt der Artenvielfalt aber vor Ort stattfinden: Ob im Amazonas oder bei uns. Handlungsbedarf besteht überall gleichermaßen. Das von der Stiftung Natur und Landschaft Westmünsterland beitriebene Projekt „Wiederansiedlung von Pflanzenarten im Westmünsterland“ verfolgt das Ziel, als Beitrag zum Schutz und zur Wiederherstellung regionaler Biodiversität die pflanzliche Artenvielfalt des Westmünsterlandes zu fördern.

Cicendia filiformis (Fadenenzian) – Juncus pygmaeus (Zwerg-Binse)

Konkret geht es um Arten des Feuchtgrünlandes, die für die Region besonders typisch sind und für deren Erhalt dort eine besondere Verantwortung besteht. Der Lebensraum, der für dieses Projekt ausgewählt wurde, steht ganz besonders stark unter Druck: Feuchtwiesen und Kleingewässer. Dort soll im Zuge des Vorhabens die ursprüngliche pflanzliche Vielfalt durch gezieltes Management und Ausbringung gezüchteter Pflanzen wenigstens zum Teil wieder zurückkehren.

Dazu sollen zunächst passende Gewässer und Wiesenstandorte innerhalb bereits bestehender Naturschutzflächen identifiziert und die formalen Voraussetzungen für die Ausbringung der Pflanzen in Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden und Flächeneigentümern geschaffen werden.

Baldellia ranunculoides (Igelschlauch) – Apium repens (Kriechender Sellerie)

Im Laufe des ersten Projektjahres soll auch bereits mit der Auswahl und Ansiedlung der ersten an die jeweiligen Lebensräume genau angepassten Pflanzenarten begonnen werden. Neben der natürlichen Ausbreitung über die bereits ausgebrachten Pflanzen kommen ab dem zweiten Projektjahr auch zuvor in Kultur genommene und dort vermehrte Pflanzen hinzu. Die Fortschritte werden durch ein engmaschiges Monitoring dokumentiert. Zum Ende des dritten Projektjahres wird in einem ausführlichen Projektbericht Bilanz zum Stand des Vorhabens gezogen. Geplant ist dann auch, interessierte Bürgerinnen und Bürger in Exkursionen und die Öffentlichkeit über Medienarbeit an den Ergebnissen des Projekts teilhaben zu lassen und so für den Schutz einer lebendigen Kulturlandschaft zu werben.

Modellhafter Artenschutz in Melle

„Modellhafter Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“ Artenschutz zum Anfassen

Mit geringem Aufwand lässt sich am eigenen Haus und im eigenen Garten viel für Tiere und Pflanzen tun. In Melle verbinden Naturschützer praktischen Artenschutz mit Umweltbildung.

Der Biodiversitätsverlust schreitet flächendeckend voran und macht auch vor dem sogenannten Siedlungsraum nicht Halt. Einstige Allerweltsarten in Dörfern und Stadträndern wie Bluthänfling, Stieglitz oder Girlitz werden immer seltener und auch die zunehmend bessere Isolierung von Gebäuden schafft Probleme für die gefiederten Nachbarn der Menschen wie Mauersegler und Mehlschwalbe. Dabei ist Naturschutz auch im direkten Wohnumfeld von Menschen möglich. Oft bedarf es nur geringen Aufwands, um beispielsweise Nistgelegenheiten für Vögel oder Insekten zu schaffen. Das hilft nicht nur der Natur, sondern fördert auch das Umweltbewusstsein, eröffnet praktische Lernorte und steigert die Lebensqualität.

Das Artenschutzhaus zeigt unter anderem Modelle von Fledermausquartieren und Schleiereulennistkästen

Diesen Ansatz verfolgt das Projekt „Modellhafter Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“ der Stiftung Ornithologie und Naturschutz (SON) in Melle. Ziel ihrer Arbeit ist es, den Negativtrend in den Beständen ehemaliger Allerweltsarten im unmittelbaren Lebensumfeld entgegenzutreten und gleichzeitig über praktische Umweltbildung zur Sensibilisierung für Naturschutzbelange beizutragen.

Dazu sollen die unterschiedlichsten Gruppen für das Thema Artenschutz gewonnen und mit praktischen Lösungen vertraut gemacht werden. Das Projekt richtet sich deshalb gleichermaßen an naturinteressierte Ausflügler, Hausbesitzer, Handwerker und Architekten wie auch an Kinder und Jugendliche.

Fledermäuse und Eulen scheuen nicht die Nähe zu Menschen, wenn dies einen geeigneten Unterschlupf verspricht.

Der Kern des breit angelegten Arbeitsprogramms ist das „Artenschutzhaus“. In ihm befinden sich in den unterschiedlichen Gewerken des Gebäudes Modelle, die veranschaulichen, was sich unternehmen lässt, um Artenschutz buchstäblich vor (oder auch hinter) der Haustür fördern zu können. Vom Fledermausquartier oder dem Nistkasten für die Schleiereule unter dem Dach über die Entschärfung von Tierfallen in Dachrinnenfallrohren bis zu Unterschlupfmöglichkeiten für Amphibien und Insekten. Ergänzt wird das Programm durch Mitmachangebote, beispielsweise im Werkbereich, und Livebeobachtungsmöglichkeiten der tierischen Bewohner.

Die Macher und Macherinnen des Projekts hoffen, mit ihrer Arbeit einen nachhaltigen Beitrag zur Erhöhung der biologischen Vielfalt in einem ländlich strukturierten Raum zu leisten und ein Modell auch für andere Regionen zu schaffen.

Göttinger Feldlerche

Göttinger Feldlerchenprojekt Wie können Feldvögel in der modernen Agrarlandschaft überleben?
Dieser Frage widmeten sich Göttinger Forscher.
Feldlerche (Foto © Thomas Krumenacker)

Vögel der Agrarlandschaft sind die großen Verlierer der industrialisiert betriebenen Landwirtschaft. Die Bestände von Kiebitz, Brachvogel, Braunkehlchen und Feldlerche weisen durchgängig seit Jahrzehnten starke Verluste auf. Um heimischen Vogelarten ein Überleben in der intensiv genutzten Landschaft zu ermöglichen, ist es wichtig, ihre essenziellen Lebensraumansprüche und Gewohnheiten im Jahreslauf genau zu kennen. Mit diesem Ansatz versucht das Göttinger Feldlerchenprojekt einer der am stärksten betroffenen Vogelarten der Agrarlandschaft zu helfen. Die Feldlerchen-Populationen haben sich bundesweit in den vergangenen 40 Jahren halbiert.

Im Zuge des Göttinger Projekts wurde im Rahmen einer Doktorarbeit die individuelle Nutzung des Lebensraums Agrarlandschaft durch die Lerchen im gesamten Jahresverlauf untersucht, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich Landwirtschaft und Feldlerchenschutz vereinbaren lassen. Über eine zweijährige Feldsaison hinweg wurden dazu mehr als 30 Feldlerchen gefangen und mit kleinen Sendern ausgestattet, die eine metergenaue Ortung der einzelnen Vögel ermöglichen und so ein Studium ihrer Lebensgewohnheiten zulassen. Am Ende der Brutzeit im Spätsommer fielen die Sender durch die Vogelmauser von alleine wieder ab, sodass die Vögel nicht über Gebühr strapaziert wurden. Parallel zur Besenderung wurden auch die Nester der der überwachten Vögel gesucht und der Bruterfolg kontrolliert.

Feldfrüchte wie die Zuckerrübe sind entscheidend für die Feldlerche
(Fotos: links: Wikipedia – rechts © Thomas Krumenacker)

Landwirtschaft und Feldlerchenschutz sind vereinbar

Mit diesem Ansatz konnten eine ganze Reihe naturschutzrelevanter Erkenntnisse gewonnen werden. So hing der Aktionsraum der besenderten Feldlerchen deutlich von der Vielfalt der Ackerkulturen ab: Je vielfältiger und kleinstrukturierter die Umgebung der Vögel war, desto kleiner war die für eine erfolgreiche Brut benötigte Fläche. Daraus ergibt sich, dass eine Erhöhung der Feldlerchen-Bestände nur durch einen Anstieg der Kulturvielfalt möglich ist.

Auch die angebauten Feldfrüchte sind entscheidend für die Feldlerche: Wintergetreide, Zuckerrüben und extensive Strukturen wie Blühstreifen stellten die wichtigsten Standorte für die Nester dar, während die Bioenergiepflanzen Mais und Raps kaum eine Rolle spielten.

Ähnliche Schlussfolgerungen ergaben sich für die Nahrungsräume. Zuckerrüben und extensive Strukturen wurden im Vergleich zum Flächenanteil überdurchschnittlich häufig genutzt. Rübenfelder sind nicht so dicht bewachsen wie etwa undurchdringliche Mais- oder Rapsdschungel und erlauben es den Vögeln, zwischen den Pflanzen nach Nahrung zu suchen. Brachen oder Blühstreifen wiederum sind besonders insektenreich. Mais und Raps erwiesen sich in der Untersuchung dagegen als fast komplett wertlos als Nahrungsraum.

Das ermutigende vorläufige Fazit des Göttinger Projekts lautet, dass sich konventionell betriebene Landwirtschaft durchaus mit hohen Lerchenbeständen vereinen lässt, wenn gleichzeitig einige essentielle Bedingungen für die Lerchen erfüllt werden.

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie auch in unserem

Interwiew mit Projektleiter Manuel Püttmann

Projektberich bis 01-2020

Naturschutzstation auf Mellum

Erweiterung Naturschutzstation auf Mellum

Die unbewohnte Insel Mellum ist ein Herzstück des Unesco-Weltnaturerbes Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Seit fast 100 Jahren unterhält der Mellumrat dort eine Naturschutzstation. Deren Aufgaben haben sich im Zuge der zunehmenden wissenschaftlichen Forschung und des gewachsenen Stellenwerts des Biodiversitätsschutzes in den vergangenen Jahren erheblich ausgeweitet.

Abbildung © Acheta (Map; térkép) – Wikipedia

Die Aufgaben der „Vogelwarte“ haben sich zu einem umfänglichen Monitoringprogramm über weite Teile des Jahres erweitert und nicht nur sie finden dort eine Bleibe auf Zeit. Neben den inzwischen vier ehrenamtlichen Naturschutzwarten, die während der Betreuungs-zeit von März bis Oktober dort wohnen, kommen heute Aufenthalte zahlreicher Studenten und Wissenschaftler hinzu, die im Zuge etwa von Kooperationsprojekten mit dem Institut für Vogelforschung Wilhelmshaven und der Universität Oldenburg auf Mellum Forschung betreiben.

Die Naturschutzstation vor und nach ihrer Erweiterung

Die 1952 errichtete Station kann diesen gewachsenen Ansprüchen mit einem einzigen nur 13,5 Quadratmeter großer „Multifunktionsraum“ nicht mehr gerecht werden, der gleichzeitig als Küche, Arbeits- und Aufenthaltsraum dient. Im Zuge des Projekts wird deshalb in Abstimmung mit dem Nationalpark das bestehende Stationsgebäude für die bessere Nutzung mit bis zu acht Personen erweitert. Dazu wird ein weiterer knapp 22 Quadratmeter großer Hauptaufenthaltsraum inklusive Küche angebaut. Der bisher genutzte Küchen-, Aufenthalts- und Arbeitsraum, liegt dann als separat zu erreichender Raum dahinter und dient als Arbeitsraum für die Auswertungsarbeiten. Mit der Fertigstellung wird noch in diesem Jahr gerechnet.