

Das Grundstück in Mulartshütte liegt direkt am Vichtbach, der dort im Taltiefsten verläuft. Es steigt allmählich an. Derzeit wird diese feuchte Wiese von einem Vertragslandwirt sukzessiv gemäht. Diese Mahd gilt es aus ökologischer Sicht zu erhalten um eine Verbuschung zu unterbinden. Das würde den ökologischen Wert reduzieren. Die benachbarten Grundstücke sind auf diverse Eigentümergemeinschaften verteilt; hier soll der Grundstückserwerb den Status Quo erhalten. Feuchte Stellen mit Seggen stellen einen wertvollen Lebensraum dar.


Der ökologisch noch interessantere Bereich liegt direkt am Gewässer. Hier wird es auf Grund der Topographie möglich sein, dem Bach ggf. weiteren Raum durch einen Tot- oder Seitenarm zu geben. Über sämtliche Grundstücke zwischen der Kläranlage und der nächsten Wohnbebauung ist ein breiter werdender Streifen, der nur gering über dem Bachniveau ist.
Hier möchte ich als Grundstückseigentümer an den Wasserverband Eifel-Rur herantreten und diese ökologische Verbesserung vorschlagen. Die Erfahrung in der Zusammenarbeit zeigt, dass es – ohne dieses Eigentum – wesentlich schwieriger ist, Gehör zu finden. Zumal derzeit am Vichtbach zwei große Maßnahmen geplant sind zum Hochwasserschutz. Dieser Tot- bzw. Seitenarm wird nicht nur ein wenig zum Hochwasserschutz beitragen. Es bieten sich neue/weitere Lebensräume für Amphibien und Libellen sowie wassergebundene Insekten und ggf. Wasseramseln und Gebirgsstelzen.


Auf der Insel Wangerooge im UNESCO-Weltnaturerbe Nationalpark „Niedersächsisches Wattenmeer“ wurde im Rahmen des von der Stöckmann-Stiftung finanzierten Projektes eine etwa 3ha große Fläche von höherem Bewuchs freigestellt. Das sogenannte, 9,6 ha große, Trichtergelände ist Teil des Ostinnengrodens, welcher ein bedeutsames Brutgebiet mit nationaler Bedeutung für Wiesenvögel ist. Es entstand als Folge von Bombardierungen während des Zweiten Weltkrieges. Ursprünglich durch eine offene Feuchtwiese geprägt, wandelte sich der offene Charakter des Gebietes durch natürliche Sukzession und ausbleibende Pflegemaßnahmen zu einem stark verbuschtem Gelände. Zahlreiche Gewässer waren verlandet oder von höherem Bewuchs beschattet. Infolge der Gebüschkulisse wurde von den Wiesenvögeln ein Mindestabstand zum Trichtergelände eingehalten und so das Bruthabitat für die Wiesenvögel zunehmend eingeschränkt.
Ziel des Projektes ist, den ursprünglichen Feuchtwiesencharakter wiederherzustellen. Zu den Zielarten gehören u.a. Wiesenvögel wie Kiebitz, Rotschenkel und Uferschnepfe.


Zunächst wurde im Winterhalbjahr 2015/2016, durch Freiwilligeneinsätze auf einer Länge von 400m entlang des Zaunes, ein etwa 4m breiter „Arbeitsstreifen“ freigestellt. Damit ist ein Fortschreiten der Buschvegetation in das Wiesenvogelbrutgebiet gestoppt. Zusätzlich erfolgte im Winterhalbjahr 2016/2017 eine maschinelle Rodung auf rund 2ha Fläche. Damit war die erste Phase des Projektes abgeschlossen.
Ein Offenhalten des Gebietes kann dauerhaft nur durch Pflegemaßnahmen erreicht werden, die ein erneutes Aufwachsen höherer Vegetation mit Büschen verhindern.
In der ebenfalls von der Stöckmann-Stiftung finanzierten II. Phase des Projektes wir die freigestellte Fläche jeweils vor und nach der Vegetationsperiode 2018 gemulcht um den Wurzel- und Stockausschlag weiter zu reduzieren. Im Herbst 2018 sollen dann mit einer Baumstubbenfräse noch vorhandene Baumstümpfe entfernt werden. Eine anschließende Einzäunung des Geländes soll eine zukünftige Beweidung ermöglichen.
Von Anfang an war bei dem Projekt eine Beteiligung von ehrenamtlichen Freiwilligeneinsätzen vorgesehen um Menschen durch ihr Tun für Biotop- und Artenschutz zu begeistern. Dies fördert auch die Identifikation mit dem Naturraum Wattenmeer und kommt damit dessen Schutz zugute..

In einer noch in Planung befindlichen Phase III des Projektes soll eine Einbindung in das touristische Konzept der Insel erfolgen, ohne den Schutzzweck zu gefährden.



Modellhaft wurden in zwei Projektgebieten die Zusammenarbeit mit den Landwirten vor Ortausgebaut sowie Maßnahmen geplant und umgesetzt. Dafür wurden zwei Gebiete aus der Kulisseder Feldvogelschwerpunktgebiete aus dem Kreis Steinfurt ausgewählt, welche das LANUVzusammen mit der Biologischen Station Kreis Steinfurt e.V. entwickelt hat. Die beiden Projektgebiete waren das „Stadener Feld“ nördlich der Gemeinde Hopsten mit ca. 680 ha und das „Sellener Feld“ nördlich der Stadt Steinfurt mit ca. 390 ha.
In beiden Gebieten wurde versucht, Maßnahmen zur Stärkung von Lebensräumen und zur Stärkung der Artenvielfalt in den landwirtschaftlichen Ablauf zu integrieren und in einem Umfangumzusetzen, die einen spürbaren Beitrag zu einer lebendigen, vielfältig strukturierten Agrarlandschaft erkennen lassen. Aufgrund der starken Abnahme vieler Tier- und Wildpflanzenarten der Feldflur, insbesondere der Feldvogelarten, wurde im Kreis Steinfurt durch die Stöckmann-Stiftung ein Projekt zur Stärkung der Artenvielfalt und Verbesserung der dafür notwendigen Lebensräume gefördert.

Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen war eine modellhafte Zusammenarbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im Kreis Steinfurt in den beiden Projektgebieten „Stadener Feld“ (ca. 680 ha) und „Sellener Feld“ (ca. 390 ha).
Aus einem von der Biologischen Station naturschutzfachlich ausgewählten Maßnahmen-Pool bereits etablierter Naturschutzmaßnahmen bekamen Landwirte die Möglichkeit, aus den vorgeschlagenen Schutz- und Optimierungsmaßnahmen die für sie und den jeweiligen Standort passenden Maßnahmen gezielt und individuell auszuwählen und umzusetzen. Dabei wurden sie durch eine intensive Beratung durch die Biologische Station, den Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband und die Landwirtschaftskammer NRW begleitet. Fortlaufend wurden von allen Beteiligten weitere Maßnahmen entwickelt und von den Landwirten auf entsprechenden Flächen erprobt.
Die Erhöhung der strukturellen Vielfalt, des Blühaspektes und Feldfruchtwechsels sowie die Ackerextensivierung und Minderung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes hatten positive Effekte auf Brut- und Rastvögel. Jede dieser Maßnahme auf landwirtschaftlichen Nutzflächen half, den Lebensraum der Feld- und Wiesenvögel zu verbessern.
Projektdauer 2018-2023
