
Ein durch menschliche Einflüsse geschaffenes Kleingewässersystem auf Wangerooge bietet vielen Kleinstlebewesen einen Lebensraum. 20 Jahre nach der letzten Untersuchung soll der Zustand dieses Ökosystems neu erfasst werden. Zudem soll der Einfluss gebietsfremder Pflanzenarten in den Inseldünen auf die einheimische Fauna analysiert werden.
Die Nordseeinseln sind wegen des Wattenmeeres von herausragender ökologischen Bedeutung. Weniger bekannt ist, dass sich etwa auf Wangerooge mehrere hundert (Klein-) Gewässer befinden, die ausschließlich durch menschlichen Einfluss entstanden sind: Vom einstigen Bombenkrater bis zu den Überresten von Deich- oder Klärwerksbau reicht die Palette dieser „künstlichen“ Gewässer, die im Laufe der Jahrzehnte zur Heimat einer reichen Flora und Fauna geworden sind. Gewässerökologische Untersuchungen aus den 1990er Jahren belegen die hohe Bedeutung dieser Flächen für den Naturschutz und zugleich die starke Gefährdung ihres Fortbestandes vor allem durch Verlandungs- und Verbuschungsprozesse.
Die Nordseeinseln sind wegen des Wattenmeeres von herausragender ökologischen Bedeutung. Weniger bekannt ist, dass sich etwa auf Wangerooge mehrere hundert (Klein-) Gewässer befinden, die ausschließlich durch menschlichen Einfluss entstanden sind: Vom einstigen Bombenkrater bis zu den Überresten von Deich- oder Klärwerksbau reicht die Palette dieser „künstlichen“ Gewässer, die im Laufe der Jahrzehnte zur Heimat einer reichen Flora und Fauna geworden sind. Gewässerökologische Untersuchungen aus den 1990er Jahren belegen die hohe Bedeutung dieser Flächen für den Naturschutz und zugleich die starke Gefährdung ihres Fortbestandes vor allem durch Verlandungs- und Verbuschungsprozesse.



Das Projekt „Umweltwissenschaftliche Untersuchungen auf Wangerooge“ des Mellumrates will rund 20 Jahre nach der letzten umfassenden Untersuchung dieses Gewässersystems auf der östlichsten der Ostfriesischen Inseln an den bereits damals repräsentativ ausgewählten Gewässern geoökologische Vergleichsdaten erheben. Zudem soll eine Bestandsaufnahme der aktuellen Flora und der hochspezialisierten Fauna aus Libellen, Wasserkäfern, Wasserwanzen und Mollusken unternommen werden. Die Ergebnisse sollen einerseits einen Beitrag zur weiteren Kenntnis über ökologische Prozesse wie dem Sukzessionsgeschehen liefern und zum anderen helfen, die naturschutzfachliche Relevanz dieser als „Sonderbiotope“ innerhalb des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer geltenden Lebensräume bewerten zu können.

In einem zweiten Teil des Projekts gilt die Aufmerksamkeit der Ausbreitung von nicht-einheimischen Pflanzen in den Dünen Wangerooges. Die polykormische Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) hat sich seit ihrer Einführung nach Europa aus Nordostasien im 18. Jahrhundert überall auf den Ostfriesischen Inseln inzwischen fest etabliert. Auf Wangerooge sind besonders viele Dünenabschnitte davon betroffen. Eine weitere ursprünglich nicht-heimische Pflanzenart, das Kaktusmoos (Campylopus introflexus) sowie die Art Senecio inaequidens sollen ebenfalls in die Untersuchung einbezogen werden. Konkret geht es darum, den Einfluss dieser Neophyten auf die standortheimische Arthropoden-Fauna zu analysieren. Dazu sind Bestandsaufnahmen der verschiedenen Tier-Gilden in Dünenabschnitten mit und ohne Vorkommen der gebietsfremden Arten vorgesehen. Die Untersuchung umfasst eine breite Palette an Artengruppen – von Laufkäfern und Spinnen über Fluginsekten wie Schmetterlinge, Schwebfliegen und Bienen bis hin zu Wanzen, Zikaden, und Blattkäfern.

Die Ergebnisse der Analyse könnten wichtige Erkenntnisse zur naturschutzfachlichen Bewertung der gebietsfremden Pflanzenarten liefern und damit weit über das Untersuchungsgebiet hinaus von Bedeutung sein.


Der Wolf ist zurück in Deutschland. 150 Jahre nach der Ausrottung des verfemten Beutegreifers leben heute wieder rund 130 Wolfsrudel
– als solche werden die Familienverbände bezeichnet – in Deutschland.
In zwölf der 16 Bundesländer gibt es Wolfsvorkommen. Schon bald könnten es noch sehr viel mehr sein. Das Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin modellierte, dass Deutschland gemessen an den Lebensraum-Ansprüchen der Tiere ein Potenzial für insgesamt 700 bis 1400 Wolfsreviere hat.
Um das Zusammenleben von Mensch und Wolf in einem so dicht besiedelten Gebiet wie Deutschland verträglich zu gestalten und damit auch die Akzeptanz für den Wolf zu erhalten, sind umfangreiche Kenntnisse der Lebensweise der heimlichen Jäger in der Kulturlandschaft erforderlich. Eines der besten Mittel dazu ist die Ausstattung von einzelnen Wölfen mit GPS-Sendern. Diese Methode wird seit langem bei vielen Wildtierarten angewendet und bietet metergenaue aktuelle Informationen über den Aufenthaltsort eines Tieres. Die Daten lassen Rückschlüsse auf die Lebensweise und das Verhalten der Tiere zu. m die Wölfe zu besendern, müssen die schlauen Tiere aber zunächst gefangen werden. Diesem Ziel dient das Projekt „Entwicklung von Lockmitteln für Wölfe“ des Instituts für Wildbiologie Göttingen, Dresden (IWGD).


Zwar werden Wölfe bereits seit langem in Fallen gefangen. Eine Weiterentwicklung der Strategien zum Anlocken von Wölfen würde die Erfolgschancen beim Fang aber erheblich steigern und somit die Ausgangslage für die Erforschung und das Management von Wölfen in Deutschland deutlich verbessern.
Geplant ist, verschiedene Köder und olfaktorische Lockstoffe im Gehege und vor allem in der freien Wildbahn auf ihre Wirkung zu testen. Ziel des Vorhabens ist es, innerhalb eines Jahres einen praxistauglichen Ansatz zu finden und – wenn möglich – umfangreich im Freiland zu erproben. Seitens des IWGD sollen die Ergebnisse in die laufenden oder geplanten Forschungsprojekte zum Wolf integriert werden, unter anderem in den Fang und die Besenderung von Wölfen. Für die Freilandexperimente sollen der Truppenübungsplatz Grafenwöhr und die angrenzenden Waldbereiche genutzt werden. Durch ein laufendes Forschungsvorhaben ist dort schon eine umfangreiche Infrastruktur vorhanden, die für den Test von Lockmitteln genutzt werden kann. Im Rahmen der Freilandexperimente als besonders attraktiv identifizierte Lockstoffe können so großräumig getestet werden. Auch Störfaktoren oder ungewollte Manipulationen der Feldexperimente etwa durch Spaziergänger oder Hunde können auf dem Truppenübungsplatz aufgrund eines generellen Betretungsverbots ausgeschlossen werden.
Die Videos zeigen Aufnahmen aus den Territorien von Wolfsrudeln in Polen. Dort wurden an zahlreichen – regelmäßig von Wölfen frequentierten – Plätzen Proben ausgebracht. Das Verhalten der Tiere wurde mit Hilfe von Kamerafallen über 12 Wochen beobachtet.
Eine Weiterentwicklung der Strategien zum Anlocken von Wölfen würde die Erfolgschancen beim Fang erheblich steigern und somit die Ausgangslage für die Erforschung und das Management von Wölfen in Deutschland deutlich verbessern. Auf diese Weise liefert das geplante Vorhaben eine Basis für erfolgreiche, aussagekräftige Telemetriestudien zum Wolf, die eine wichtige Grundlage für einen faktenbasierten Umgang mit dieser faszinierenden Tierart in Deutschland sind.

Hinsichtlich der Urindüfte konnte weder ein besonders attraktiver noch ein repellenter Duftstoff ausgemacht werden. Auch die Interaktionsraten weisen mit Raten zwischen 13 bis 22 Prozent bei den Wölfen und 17 bis 26 Prozent bei den Rotfüchsen nicht auf eine besondere Lockwirkung der untersuchten Urine hin.
Auch wenn Wölfe und Füchse Interesse an den Duftstoffen haben, scheint dieses nicht auszureichen, um die Tiere zu einem bestimmten Punkt zu locken. Die Anziehungskraft ist offensichtlich nicht stärker als die Anziehungskraft anderer alltäglicher Umweltreize.
Auch bei den Drüsensekreten konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie eine besondere Wirkung haben. Der arteigene Drüsenduft und der Duft des Beutetieres erzeugten lediglich ein gewisses Interesse.


Bei den Rotfüchsen gab es dagegen weitergehende Ergebnisse: Das Drüsensekret eines Wolfes rief in den gemessenen Bereichen am deutlichsten ein gesteigertes Interesse hervor. In einigen Fällen traf dies darüber hinaus auch auf Luchs- und Rotwilddrüsensekret zu. Die Möglichkeit, an bereits gerissenes, verendetes Rotwild zu gelangen, ohne dafür kämpfen zu müssen, sind wahrscheinlich die Ursache für das Interesse.
Auch die Interaktionsraten mit dem Versuchsaufbau waren mit 40 bis 43 Prozent im Vergleich zu den Urinen recht hoch. Von einer eindeutigen Lockwirkung kann dabei jedoch noch nicht ausgegangen werden. Möglicherweise spielt der intensive, ausgeprägte Geruch eine Rolle. Repellente Verhaltensweisen wurde bei beiden Versuchsgruppen und Tierarten aber kaum bis gar nicht gezeigt. Von einer abschreckenden Wirkung der verwandten Duftstoffe ist demnach nicht auszugehen. Keiner der untersuchten Duftstoffe scheint demnach als artspezifisches Lockmittel oder als repellente Substanz geeignet.

Mit dem Kauf von fast 20 Hektar Acker- und Wiesenflächen im Kerngebiet der letzten Großtrappen Deutschlands erhalten die Bemühungen um das Überleben einer unserer am stärksten bedrohten Vogelarten einen wichtigen Schub.
Die Großtrappe ist eine der spektakulärsten Vogelgarten in Deutschland. Mit bis zu 17 Kilogramm Gewicht der Hähne sind sie die schwersten flugfähigen Vögel der Erde. Die Balz der Trappen im Frühjahr gehört zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen hierzulande. Die Großtrappe ist zugleich aber auch eine der am stärksten vom Aussterben bedrohten Vogelarten Deutschlands. Ihren hohen Lebensraumansprüchen werden nur noch wenige Gebiete gerecht. Wie viele andere im Agrarland lebende Vogelarten leiden Großtrappen vor allem unter der intensiv betriebenen Landwirtschaft mit häufigen Bearbeitungsschritten und einem hohen Einsatz von Düngemitteln und Agrarchemikalien.
Großtrappen brauchen Insektenvielfalt
Das verträgt sich nicht mit dem großen Insektenbedarf der Vögel. Ein einziges Trappenküken benötigt nach einer Woche Lebenszeit bereits 1000 Großinsekten pro Tag. Fallen die Insekten kleiner aus, können es leicht 5000 oder 6000 werden, die eine einzige Jungtrappe jeden Tag braucht. So viele Insekten finden sich nicht in intensivst genutzten modernen Agrarflächen. Die effektivste Schutzmaßnahme besteht deshalb im Erwerb von Wiesen- und Ackerflächen im Verbreitungsgebiet der Trappen, um darauf eine möglichst naturschutzgerechte landwirtschaftliche Nutzung sicherzustellen. Davon profitieren auch andere unter Druck geratene Arten wie Kiebitz, Braunkehlchen, Feldlerche, Brachvogel, Wiesenweihe und Sumpfohreule.


Der Flächenerwerb ist seit vielen Jahren auch eines der Hauptanliegen des Fördervereins Großtrappenschutz e. V.. Die Eigentumsflächen des Vereins unterliegen weiterhin einer landwirtschaftlichen Nutzung, die aber über Auflagen in den Pachtverträgen so angepasst wird, dass die Bedingungen für möglichst viele am Boden brütende Vogelarten optimiert werden. Durch die Verpachtung der Flächen werden die ortsansässigen Landwirtschaftsbetriebe gestärkt und zugleich für den Artenschutz sensibilisiert.
Einige Maßnahmen, etwa die Schaffung von ausreichend großen Zeitfenstern für das Brüten und die Aufzucht der Jungvögel bis zum Flüggewerden, lassen sich sofort umsetzen.
Andere Maßnahmen – zum Beispiel die Vorgabe einer angepassten extensiven Nutzung ohne Einsatz synthetischer Düngemittel und Agrochemikalien, die zu einer Zunahme der Pflanzenartenvielfalt und damit der Vielfalt von Großinsekten führt – zeigen erst nach einigen Jahren Wirkung.

Flächenerwerb im Herzen der letzten Trappenvorkommen
Mit diesem Konzept ist es bereits in einem der drei bundesweit noch verbliebenen Einstandsgebieten der Großtrappe, dem Havelländischen Luch, eine sich selbst tragende Population der Großtrappe zu erhalten. In den beiden anderen Einstandsgebieten sind derzeit noch Bestandsstützungen durch Auswilderung handaufgezogener Jungtrappen erforderlich.
Ein Hauptgrund dafür ist der Mangel an Landwirtschaftsflächen, die bereits entsprechend den Ansprüchen der Großtrappe entwickelt werden konnten. Mit dem Erwerb einer großen Fläche im Europäischen Vogelschutzgebiet Fiener Bruch konnte nun aber ein großer Schritt in Richtung auf einen trappengerechten Umbau der landwirtschaftlichen Nutzung getan werden. Der Förderverein Großtrappenschutz konnte dort fast 20 Hektar Grün- und Ackerland kaufen. Der besondere Wert dieser Flächen liegt in ihrer Lage in unmittelbarer Nähe zum Balzplatz der Großtrappen und innerhalb eines Komplexes von Flächen, die von Großtrappen ganzjährig und regelmäßig genutzt werden. Im Besitz des Fördervereins Großtrappenschutz befinden sich in der Nähe bereits 4,1 Hektar Grünland.
Im Fiener Bruch werden seit 2011 verstärkt Bemühungen zum Erhalt der Art unternommen. Maßnahmen zur Wiederherstellung des Lebensraumes, zur Vermeidung von Störungen, zum Aufbau eines Prädationsmanagements und zur Stabilisierung des wildlebenden Bestandes der Großtrappe durch Auswilderung von Hand aufgezogener Jungvögel haben dazu geführt, dass sich der Bestand von zu Projektbeginn 17 auf aktuell (Stand März 2021) 117 Vögel erholt hat. Damit ist das Gebiet nach dem Havelländischen Luch mit 142 Großtrappen das zweitgrößte deutsche Trappenvorkommen.
Der Flächenkauf leistet einen maßgeblichen Anteil daran, mittelfristig einen sich selbst tragenden Bestandes der Großtrappe ohne zusätzliche Auswilderung zu etablieren.

In der norddeutschen Tiefebene gehörte die Großtrappe ursprünglich zu einem weit verbreiteten Vogel der Agrarlandschaft. Innerhalb von nur 100 Jahren ist sie heute zu einem der seltensten einheimischen Vogelarten geworden.
Ursache dafür ist der kontinuierliche Verlust von Lebensraum. Die Landwirtschaft wurde zunehmend intensiviert: Synthetischer ersetzte natürlichen Dünger und die Dreifelderwirtschaft wurde Anfang des 20. Jhd. aufgegeben, hinzu kam die Technisierung der Tätigkeiten. Auch die nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen veränderten sich. Vom Lebensraum der Großtrappe im 19. Jhd. sind weniger als 0,1 Prozent in drei Gebieten in Sachsen-Anhalt und Brandenburg übriggeblieben.
Der Jahreslebensraum der Großtrappe im sachsen-anhaltischen Fiener Bruch umfasst etwa 11.000 Hektar. Er besteht nicht nur aus Grünland, sondern auch aus den nördlich und südlich angrenzenden Ackerstandorten.
Sie werden regelmäßig als Brut- und Nahrungshabitate genutzt. Rund 3.600 Hektar sind als SPA und 143 Hektar als NSG ausgewiesen. Die neue NATURA-2000-Landesverordnung bringt keine signifikanten Verbesserungen für das Habitat, die Dünge-Einschränkungen wurden durch einzelbetriebliche Vereinbarungen ausgehebelt.



Nur auf der NSG-Fläche – also auf 143 ha und damit 1,3 Prozent des Jahreslebensraums - wird durch eine angepasste Bewirtschaftung auf die Großtrappe Rücksicht genommen. Dennoch entwickelt sich der Bestand im Fiener Bruch positiv. Um die Jahrtausendwende war die Population nahezu ausgestorben. Seit 2019 leben hier wieder mehr als 100 Trappen. Bestandsstützende Maßnahmen wie Auswilderungen und raubwildsichere Schutzzäune haben dafür gesorgt. Ein trappenfreundlicher Lebensraum braucht extensiv und intensiv genutzte Bereiche, Brachflächen, verschiedene Ackerkulturen und Insekten- und Arthropodenabundanz für eine erfolgreiche Kükenaufzucht. Dauerhaft ist dies nur auf Naturschutzflächen gesichert. Schutzgebiete und landwirtschaftliche Förderprogramme (AUKM, FNL, MSL u.ä.) garantieren keine trappengerechte Bewirtschaftung.
Auch kleine Flächen können einen Beitrag zur Diversität leisten, indem sie unter naturschutzfachlichen Auflagen bewirtschaftet werden. Erfahrungen damit sammelt der Förderverein Großtrappenschutz e.V. seit 30 Jahren im Brandenburger Gebiet Havelländisches Luch. Hier führten die Maßnahmen dazu, dass sich die Population mittlerweile selbst erhält - ein Ziel, das auch im Fiener Bruch erreicht werden soll. Eine artenreiche Agrarlandschaft kommt dabei nicht nur der Großtrappe, sondern der gesamten Agrarbiozönose zugute.

Die Stöckmann-Stiftung fördert in den Jahren 2018 und 2019 Aktivitäten der Biologischen Station Düren zum Schutz von Feldvögeln, wie der in NRW stark gefährdeten Grauammer. Neben der Ernte von Ackerwildkräutern, welche dann als regionales Saatgut für weitere Äcker zur Verfügung stehen, werden auch 1-jährige, so genannte Schnupperangebote, für Landwirte gefördert. Landwirte, die noch skeptisch gegenüber Naturschutzmaßnahmen auf dem Acker sind, oder einfach neue, für den Artenschutz förderliche Maßnahmen ausprobieren möchten, können solche Maßnahmen, wie einen Ernteverzicht, oder die Anlage von Blüh- oder Schutzstreifen durchführen, ohne zugleich ein finanzielles Risiko einzugehen. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch die Biologische Station begleitet und Erfolgskontrollen durchgeführt.


Im Rahmen eines von der Deutschen Stiftung Umwelt geförderten Projektes untersucht die Biologische Station Düren u.a. die Verfügbarkeit von Nahrungsorganismen (Biomasse) für die Feldvögel auf Maßnahmen- und Referenzflächen mittels eines Insektenstaubsaugers. Dank der Förderung der Stöckmann-Stiftung ist es gelungen, diese Untersuchungsmethodik auszuweiten, und zusätzlich mit Malaise-Fallen, ergänzt durch Bodenfallen, zu arbeiten. In Zusammenarbeit mit dem Entomologischen Verein Krefeld ist nun gewährleistet, dass die Fallenfänge vergleichbar erhoben, und somit mit weiteren derzeit in NRW stattfindenden Untersuchungen zur Insektenfauna in Bezug gesetzt werden können.
Frei nach dem Motto, tue Gutes und sprich darüber, sollen zudem in der Zülpicher Börde Schilder im A3-Format die interessierte Öffentlichkeit über die Umsetzung von Extensivierungsmaßnahmen der Landwirte auf Ackerflächen informieren

Um die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Steigerung der Artenvielfalt einschätzen zu können, sind möglichst lückenlose Datenreihen aus dem begleitenden Monitoring nötig. Diesem Ziel dient das Projekt einer Bestandsaufnahme der Vogelarten und die Ermittlung der Insektenbiomasse in einer großflächigen Agrarlandschaft.
Um zu überprüfen, ob Projekte zur Förderung der Artenvielfalt erfolgreich verlaufen, ist ein begleitendes Monitoring nötig. Die Biologische Station Düren hat deshalb ein Projekt gestartet, bei dem es darum geht, Fortschritte für die Vogel- und Insektenvielfalt in einem 34.000 Hektar großen Ackerbaugebiet in der Zülpicher Börde zu bewerten. Dort beriet die Landwirtschaftskammer im Rahmen eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten Modellprojekts über vier Jahre hinweg Landwirte, wie sie die Artenvielfalt steigern können. Weil auch nach der Beratung der Anteil an Flächen mit biodiversitätssteigernden Maßnahmen mit etwa drei Prozent weiterhin sehr gering blieb, soll die Beratung im Rahmen eines weiteren Projekts über den bisherigen Zeitraum – das erste Projekt endete 2020 – fortgesetzt werden.



Das Monitoring der für den Lebensraum Agrarlandschaft typischen Brutvogelarten auf zehn jeweils 100 Hektar großen Flächen ergab ein gemischtes Bild. Beim Rebhuhn, einer der bundesweit am stärksten bedrohten und am schnellsten zurückgehenden Agrarvogelart, musste auch im Untersuchungsgebiet eine deutliche Abnahme konstatiert werden. Gegenüber 2017 mit 28 rufenden Männchen in den acht seitdem durchgängig untersuchten Quadraten hat sich die Zahl in 2020 mehr als halbiert (13 rufende Männchen). Dagegen nahm die Zahl der Grauammer-Reviere im Vergleich zu 2018 deutlich zu. 54 gefundene Reviere entsprechen einer Zunahmen von etwa 60 Prozent.
Gewisse positive Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der biodiversitätsfördernden Maßnahmen lassen die Ergebnisse der Vogelkartierung zu. Die Zahl der territorialen Bluthänflinge, Dorngrasmücken, Goldammern, Rebhühner, Schwarzkehlchen und Wachten lag auf den Quadraten mit einem relativ hohem Anteil an Maßnahmenflächen (> 5,8 %) höher als in denen mit einem niedrigem Anteil (< 2,6 %) an Maßnahmenfläche.
Die Ergebnisse der Insektenuntersuchungen in Malaisefallen ergaben, dass die Insektenbiomasse 2019 im Schnitt geringer war als im Jahr davor. Am höchsten war sie noch auf einer ökologischen Ausgleichsfläche für ein Windenergieprojekt. Felder auf denen aus Naturschutzgründen auf die Ernte verzichtet wurde.



Dank finanzieller Unterstützung der Stöckmann-Stiftung zur Förderung von Umwelt- und Naturschutz konnte die Biologische Station Düren auch im Jahr 2021 die Brutvogelkartierung in 10 jeweils 100 ha großen Quadraten sowie die Verfügbarkeit von Nahrungsorganismen mittels D-Vac Sampling fortführen.

In 2021 ist der Anteil der Maßnahmenflächen in den zehn Untersuchungsquadraten weiterhin angestiegen. Im Vergleich zu 2017 hat sich in 2021 der Anteil Maßnahmenflächen von 2,3 Prozent auf insgesamt 5,4 Prozent der Ackerfläche mehr als verdoppelt.
Die Ergebnisse der Brutvogelkartierung bestätigen den positiven Effekt der Maßnahmenflächen auf die Siedlungsdichte der verschiedenen Vogelarten. Der Rebhuhn-Bestand zeigt für die acht in allen fünf Jahren untersuchten Stichprobenflächen ab dem Jahr 2021 einen leicht steigenden Trend. Auch der Bestand der Grauammer zeigt weiterhin einen steigenden Trend.
Die Bestandsschwankungen müssen mit Vorsicht betrachtet werden, da fünf Jahre eine zu kurze Zeitreihe bilden, um Aussagen über Populationstrends zu treffen. Natürliche Bestandsschwankungen können in einer solch kurzen Zeitreihe noch eine vom tatsächlichen langfristigen Trend abweichende Bestandsentwicklung vortäuschen.
In 2021 lagen die Insektenbiomassen der Proben, die beim D-Vac Sampling gesammelt wurden, zwischen 5,1 mg auf konventionellen Maisäckern und 132,1 mg auf alten mehrjährigen Blühflächen (Abb. 5). Die zwei Typen mehrjährige Blühflächen und konventionelle Rapsflächen zeigten die höchsten Biomassen. Die konventionellen Maisflächen zeigten mit Abstand die geringsten Biomassen.
Die Insektenbiomasse ist also auf Flächen mit hohem Blütenangebot – Maßnahmenflächen sowie blühende Kulturen – am höchsten und damit auf Flächen, die von vielen Vogelarten bevorzugt genutzt werden. Ein Zusammenhang zwischen Nahrungsangebot und den Individuendichte bei der Avifauna ist deshalb anzunehmen.

Die Kartierung eines Moorgebietes in Schleswig-Holstein dokumentiert den Artenverlust an Schmetterlingen in den vergangenen Jahrzehnten, belegt zugleich aber den anhaltenden Wert des Satrupholmer Moores für typische Moor-Schmetterlingsarten, die teilweise vom Aussterben bedroht sind.
Um die Entwicklung der Artenvielfalt bewerten zu können und letztlich ihren Schutz sicherzustellen, sind langjährige Daten über das Vorkommen von Tier- und Pflanzenarten in einem Gebiet von großer Bedeutung. Oft können keine Vergleiche über einen längeren Zeitraum angestellt werden, weil es an entsprechenden Daten mangelt. Damit kann auch der Verlust von Arten nicht festgestellt werden. Die alte Weisheit: „Nur, was man kennt, wird man auch schützen“, kann in „Nur, was man auch kennt, kann man überhaupt schützen“ umformuliert werden.










Die Bilder A - D zeigen die Entwicklung vom Zitterpappelwald zum sich allmählich schließenden Moortümpel. In dem Loch, das durch die Torfentnahme entstanden war, wurde das Holz vergraben, damit kein CO2 durch Vermodern an der Luft entstehen konnte. Der Ausgangszustand am östlichen Abzugsgraben (Bild E) veränderte sich nach dem vierten Sommer zu einer Wasserfläche mit Binsengürtel und randlichem Gagelgebüsch (Bild G). Der eingestaute Graben – oberhalb vom Abzugsgraben (Bild G) – war schon nach vier Jahren von schwimmenden Torfmoosen weitgehend bedeckt (Bild F). Das Bild H zeigt ein Kranichnest am Rande der Wasserfläche des Abzugsgrabens.

Das Satrupholmer Moor in Schleswig Holstein bietet in dieser Hinsicht ideale Voraussetzungen für eine Ermittlung der Biodiversitätsentwicklung. Es ist das einzige Hochmoor Schleswig-Holsteins, dessen charakteristische Schmetterlingsfauna bereits vor 80 Jahren umfassend und systematisch untersucht und dokumentiert wurde. Um die Entwicklung der Schmetterlingsfauna über die wechselhafte Geschichte des Moores seitdem zu dokumentieren, wurde eine umfassende Bestandsaufnahme von Tag- und Nachtfaltern unternommen. Im Zuge der aktuellen Kartierung wurden 181 Großschmetterlingsarten nachgewiesen. Darunter konnten eine vom Aussterben bedrohte Art, sechs stark gefährdete Arten, acht gefährdete Arten der Roten Liste Schleswig-Holsteins sowie sechs Arten der Vorwarnliste registriert werden. Auch bundesweit sind einige dieser Arten ebenfalls in der Roten Liste eingestuft. So gelten eine Art als vom Aussterben bedroht, vier Arten als stark gefährdet und fünf Arten als gefährdet. Weitere vier Arten werden auf der bundesdeutschen Vorwarnliste geführt. Das Vorkommen weiterer Arten der Roten Listen ist sehr wahrscheinlich, um aber einen vollständigen Überblick zu erhalten, ist eine längere Untersuchungszeit als ein Jahr nötig. Erschwerend kommt hinzu, dass das Untersuchungsjahr 2018 durch extreme Wärme und Trockenheit gekennzeichnet war. Das hat zu zu starken Defiziten im Wasserhaushalt der ohnehin vorgeschädigte Moore geführt, wodurch auch die Entwicklungshabitate und –zyklen der typischen Moorschmetterlinge stark beeinflusst wurden.









In der Bilanz konnte durch die Kartierung festgestellt werden, dass die Schmetterlingsfauna des Satrupholmer Moores im Vergleich zur Kartierung von 1939/40 verarmt ist. Dies betrifft in hohem Maße viele Arten der angrenzenden Niedermoorflächen aber auch hochmoortypische Arten. Einige, wie der Hochmoor-Perlmuttfalter, sind erst in den letzten Jahren erloschen. Andere, wie die Hochmoor-Rindeneule, sind vielleicht noch vorhanden, konnten aber im Rahmen dieser Untersuchung nicht nachgewiesen werden.
Trotz Artenverarmung bleibt das Satrupholmer Moor ein wichtiger Lebensraum für bedrohte Schmetterlinge.
Trotz der festgestellten Artenverarmung weist das Satrupholmer Moor aufgrund des weiterhin vorkommenden Artenspektrums eine hohe auch überregionale Bedeutung für landesweit stark bedrohte charakteristische Hochmoorschmetterlingsarten auf. Hochmoore zählen zu den am stärksten veränderten Lebensräumen Schleswig-Holsteins und anderer Bundesländer, weshalb jedes einzelne Vorkommen typischer Arten wichtig für den Erhalt der landeseigenen Biodiversität ist. Denn durch die starke Isolierung und Fragmentierung der verbliebenen Moor-Lebensräume ist eine Wiederbesiedlung aus anderen Mooren wenig wahrscheinlich.





Das Satrupholmer Moor ist das einzige Hochmoor Schleswig-Holsteins, dessen charakteristische Schmetterlingsfauna bereits vor 80 Jahren umfassend und systematisch durch LICHTWERK (1939) untersucht und dokumentiert wurde.
Die Schmetterlingsfauna des Satrupholmer Moores ist im Vergleich zu 1939/40 verarmt. Dies betrifft in hohem Maße viele Arten der angrenzenden Niedermoorflächen, aber auch hochmoortypische Arten. Einige Arten, wie der Hochmoor-Perlmuttfalter, sind erst in den letzten Jahren verschwunden. Andere, wie die Hochmoor-Rindeneule, sind vielleicht noch vorhanden, konnten aber im Rahmen dieser Untersuchung nicht nachgewiesen werden.
Die Untersuchungsergebnisse müssen im historischen Vergleich mit zwei Einschränkungen betrachtet werden:
• LICHTWERK veröffentlicht seine Forschungsergebnisse grundsätzlich auf der Grundlage
langjähriger Untersuchungen. Der vorliegende Bericht basiert jedoch nur auf einer
einjährigen Untersuchung.
• Die Kartierungsergebnisse müssen vor dem Hintergrund des ungewöhnlich trocken-warmen
Witterungsverlauf von 2018 gesehen werden: Die ausbleibenden Niederschläge haben landesweit,
aber insbesondere in degenerierten Hochmooren zu starken Defiziten im Wasserhaushalt geführt.
Die Entwicklungshabitate und –zyklen der typischen Moorschmetterlinge wurden auch davon
stark beeinflusst.


Kleine, individuenschwache Populationen können dadurch völlig erloschen oder auf so wenige Tiere reduziert worden sein, dass ein Nachweis nicht erbracht werden konnte. Eine abschließende Bewertung kann deshalb nicht getroffen werden. Gleichwohl weist das Satrupholmer Moor aufgrund des weiterhin vorkommenden Artenspektrums eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung für die landesweit stark bedrohten charakteristischen Hochmoorschmetterlingsarten auf.
Hochmoore zählen zu den am stärksten veränderten Lebensräumen Schleswig-Holsteins, jedem Vorkommen typischer Arten muss deshalb eine wichtige Bedeutung für den Erhalt der landeseigenen Biodiversität zugewiesen werden. Denn die verbliebenen Hochmoore liegen in der heute anthropogen überprägten Landschaft weiträumig isoliert voneinander. Eine Wiederbesiedlung von tyrphobionten Arten aus anderen Mooren erscheint deshalb wenig wahrscheinlich.



Wissenschaftler der Universität Osnabrück untersuchen das Zusammenspiel von Insekten- und Vogelbeständen in extensiv genutzten Wiesen. Das zweijährige Projekt soll helfen, Maßnahmen zur Förderung der Insekten als Grundlage auch für eine vielfältigere Vogelwelt zu erarbeiten.
Studien von Insektenforschern aus Krefeld haben dafür gesorgt, dass das Thema Insektensterben auch politisch stärker beachtet wird. Im Frühjahr 2021 brachte beispielsweise die Bundesregierung ein Insektenschutzgesetz auf den Weg. Weil Insekten weltweit die artenreichste Gruppe aller Lebewesen bilden, sind sie ein wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt und erfüllen zahlreiche ökologische Aufgaben. Neben den Bestäuberleistungen sind sie auch eine entscheidende Nahrungsgrundlage für fast alle Vogelarten. Der Rückgang der Insekten hat deshalb weitreichende ökologische Folgen.
Studien von Insektenforschern aus Krefeld haben dafür gesorgt, dass das Thema Insektensterben auch politisch stärker beachtet wird. Im Frühjahr 2021 brachte beispielsweise die Bundesregierung ein Insektenschutzgesetz auf den Weg. Weil Insekten weltweit die artenreichste Gruppe aller Lebewesen bilden, sind sie ein wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt und erfüllen zahlreiche ökologische Aufgaben. Neben den Bestäuberleistungen sind sie auch eine entscheidende Nahrungsgrundlage für fast alle Vogelarten. Der Rückgang der Insekten hat deshalb weitreichende ökologische Folgen.




Das Forscherteam aus der Abteilung für Biodiversität und Landschaftsökologie will während der zweijährigen Projektlaufzeit eine statistisch belastbare Datenbasis schaffen, die es anschließend ermöglicht, Zusammenhänge zwischen Insektenfauna und Vogelwelt herzustellen und entscheidende Umweltparameter für den Artenreichtum der untersuchten Lebensräume zu ermitteln. Dabei werden auf mehr als 50 Untersuchungsflächen im Projektgebiet – dem Diemeltal im westfälisch-hessischen Grenzgebiet – Heuschrecken und Brutvögel erfasst. Heuschrecken wurden als Modellart ausgewählt, weil sie eine wichtige Nahrungsgrundlage für insektenfressende Vogelarten im Grasland darstellen und zugleich sehr sensibel auf Veränderungen der Landnutzung reagieren.
Ziel des Projekts ist es, Handlungsempfehlungen zum biodiversitätsfördernden, nachhaltigen Management von Grasland-Lebensräumen zu entwickeln. Das Forschungsvorhaben besitzt Modellcharakter für viele Regionen Mitteleuropas. Durch die Publikation der Ergebnisse sollen praxisorientierte Wissenschaftler und Landschaftsplaner von der regionalen bis zur internationalen Ebene erreicht werden, die die Erkenntnisse des Projekts nutzen.
Eine Grundlagenstudie zum nachhaltigen Schutz
der heimischen Vogelwelt
In diesem Projekt dienten Heuschrecken als Indikatoren für das Nahrungsangebot von Vögeln in Kalkmagerrasen und im mesophilen Magergrasland des Diemeltals (Nordrhein-Westfalen/Hessen). Zudem wurden die Zusammenhänge zwischen den Umweltbedingungen und der Zusammensetzung der Vogel- bzw. Heuschreckengemeinschaften in diesen Habitaten analysiert. Aufbauend auf diesen Studien wurden Handlungsempfehlungen zum biodiversitätsfördernden und nachhaltigen Management von Kalkmagerrasen und mesophilem Magergrasland in Mitteleuropa abgeleitet. Für die Brutvogelgemeinschaften zeigte sich, dass erstens die Habitat-/Landschaftsheterogenität und zweitens ein warmes Klima während der Brutzeit die Artenvielfalt und Abundanzen der Brutvögel in extensiv genutzten Graslandhabitaten im Diemeltal fördern. Kalkmagerrasen waren die Hotspots der Artenvielfalt und Dichten. Dies galt in besonderer Weise für die heterogenen, wacholderreichen Kalkmagerrasen. Sie stellen Schlüsselhabitate für arten- und individuenreiche Brutvogelgemeinschaften dar.
Sie sind durch kleinräumige Habitatmosaike gekennzeichnet, die geeignete Nistplätze und Nahrungshabitate in räumlicher Nachbarschaft aufweisen. Im Gegensatz dazu fiel das mesophile Magergrasland eher durch eine homogene Grasnarbe auf. Zudem waren Sträucher und Bäume als Brutplätze für Strauchbrüter normalerweise lediglich am Rand der Parzellen vorhanden.


Die Sommertrockenheit war der wichtigste limitierende Faktor für hohe Heuschreckenabundanzen in Kalkmagerrasen und dem mesophilen Magergrasland. Der Einfluss überlagerte sogar die Unterschiede in der Habitatqualität zwischen Kalkmagerrasen und mesophilem Magergrasland. Wetterextreme – wie sommerliche Dürreperioden – sollen im Zuge des Klimawandels häufiger werden. Entsprechend besteht ein dringender Bedarf an Naturschutzstrategien, die die Resistenz und Resilienz von Extensivgrasland und ihrer Insektengemeinschaften gegenüber Sommerdürre erhöhen. Basierend auf den vorgestellten Befunden beinhalten die Handlungsempfehlungen zum biodiversitätsfördernden und nachhaltigen Management von Kalkmagerrasen und mesophilem Magergrasland in Mitteleuropa folgende Aspekte:
In unseren Untersuchungen erwiesen sich insbesondere die heterogenen, wacholderreichen Kalkmagerrasen als Schlüsselhabitate für arten- und individuenreiche Brutvogelgemeinschaften. Darüber hinaus ist Habitatheterogenität ein wirksamer Puffer gegenüber Wetterextremen, wie beispielsweise Sommerdürren, die im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen werden. Folglich empfehlen wir die Erhöhung der kleinräumigen Heterogenität in Kalkmagerrasen und im Magergrasland
1. die Erhöhung der Habitatheterogenität
2. die Vorstellung geeigneter Nutzungssysteme für das Grasland und
3. die Renaturierung von artenreichem Grasland