
Nicht nur eine zu intensive Nutzung entwertet Flächen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – auch ein kompletter Verzicht auf Eingriffe kann sich nachteilig auf die Natur auswirken. Dieses Problem stellte sich auch auf dem sogenannten Trichtergelände, einem Offenlandbereich unmittelbar angrenzend an die Dünentäler der Insel.

Um die Verbuschung dort zu stoppen und die inseltypischen Offenlandbereiche zu erhalten und ihren Zustand zu verbessern, wurde auf Basis eines vom Mellumrat erstellten Pflegekonzepts bereits in einem ebenfalls von der Stöckmann-Stiftung geförderten Vorgängerprojekt zwischen November 2014 und März 2017 eine etwa drei Hektar große mit Büschen und Bäumen dicht bewachsene Fläche gerodet, die sich unmittelbar angrenzend zu einem Wiesenvogelbrutgebiet befindet. Ziel des Projekts „Erweiterung und Optimierung des Bruthabitats von Wiesenvögeln im Ostinnengroden der Insel Wangerooge - Biotopmanagement im Trichtergelände“ war es, inseltypische Brutlebensräume für Wiesenvögel wiederherzustellen und zu verbessern.

Im Nachfolgeprojekt „Überarbeitung des Maßnahmegebietes Trichtergelände auf Wangerooge“ ging es darum, diesen neu geschaffenen Lebensraum durch weitere Maßnahmen zu sichern und zu optimieren. Konkrete Maßnahmen umfassten das mehrmalige Mulchen des Geländes zu unterschiedlichen Jahreszeiten, das spätsommerliche Mähen, die Entfernung von Wurzeln und Baumstubben und den Rückschnitt von Gebüschen und Holzresten.

Durch diese Arbeiten ist das Maßnahmegebiet nun vollständig von Gebüschen und höherem Bewuchs befreit. Auf etwa der Hälfte der Fläche hat sich bereits eine stand- orttypische Grasvegetation eingestellt. Es ist eine Tendenz zu einer arten- und strukturreichen Feuchtwiese erkennbar. Besonders im Winterhalbjahr wird das Gelände von zahlreichen Vogelarten als Nahrungs- und Rastplatz genutzt. Brutansiedlungen, insbesondere von Wiesenvögeln, wurden noch nicht festgestellt, sind aber zu erwarten.
In den zahlreichen Tümpeln konnte die erfolgreiche Reproduktion von Kreuzkröten nachgewiesen werden. Auch der Grasfrosch wurde im Gelände nachgewiesen. In Zukunft soll die Fläche durch Beweidung freigehalten werden.


3 Projekte:

Drei von der Stöckmann-Stiftung geförderte Projekte im FFH-Gebiet Winderatter See-Kielstau (Kreis Schleswig-Flensburg) auf dem Weg zur Ausweisung als Naturschutzgebiet
Das von dem regionalen Förderverein für Natur und Umwelt betreute Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) Winderatter See-Kielstau soll zukünftig als Naturschutzgebiet ausgewíesen werden. In diesem Zusammenhang sind die folgenden, von der Stöckmann-Stiftung zur Förderung von Umwelt und Naturschutz finanzierten Projekte eine hervorragende Grundlage.
1. Brutvogelbestände am Winderatter See 2013
(Fördervolumen: 7.778,32 Euro)
Dieses Projekt wurde von Bernd Koop, Büro für Feldornithologie, Plön, nach klassischer Art der Revierkartierung in der Brutzeit von Ende März bis Mitte Juli durchgeführt. Das Artenspektrum von 68 Vogelarten mit zusammen knapp 650 Brutpaaren zeigt die naturräumliche Vielfalt der sogenannten Halboffenen Weidelandschaft, der Gewässer, Röhrichte und Laubwälder.
2. Fischbestandserfassung in der Kielstau und im Uferbereich des Winderatter Sees 2015
(Fördervolumen: 4.989,00 Euro)
Die Bewertung der von Michael Neumann, Kiel, im Rahmen des Operativen Monitoring zur Wasser-Rahmen-Richtlinie durchgeführten Bestandserfassungen der Fische zeigt sowohl für das untersuchte Fließgewässer wie für Uferbereiche des Sees relativ große Defizite auf. Es wurden gut begründete Vorschläge zur Verbesserung der Durchgängigkeit des Gesamtsystems und der Renaturierung bestimmter Habitatstrukturen dargelegt
3. Evaluierung der Schmetterlingsfauna am Winderatter See 2016
(Fördervolumen: 9.413,79 Euro)
Die mit 296 Großschmetterlingsarten nachgewiesene Anzahl an Tag- und Nachtfaltern (immerhin ein Drittel der heimischen Fauna) spiegelt die landschaftliche Vielfalt des Untersuchungsgebietes wieder, das sich hier von Wäldern über Röhrichte bis zum Grünland in kleinräumiger Verzahnung mit großer Strukturvielfalt entwickelt. Die Erhebungen wurde von Dr. Detlef Kolligs, Lepidopterologische Gutachten, Sellin, durchgeführt.