

Die Geländearbeiten wurden in enger Abstimmung zwischen den Mitarbeitern der Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V. und Herr Professor Dr. habil. Gerhard Breitschuh (Belanu) durchgeführt.
Wir haben vor Ort die Bewertung der Habitattypen und ihrer Strukturen vorgenommen, diskutiert und als Ergebnis vorgelegt.
(Arbeitsgruppe Artenschutz Thüringen e.V. (AAT)
Thymianweg 25, 07745 Jena)

Im Verfahren zur Analyse und Bewertung der Umweltverträglichkeit landwirtschaftlicher Betriebe (KUL) erfolgt die Erfassung und Bewertung der ökologischen und landeskulturellen Situation in Agrarräumen über den quantitativen Nachweis der Flächenanteile von naturnahen Biotopen (Ökologisch, landeskulturelle Vorrangflächen, ÖLV). Unter Nutzung bundesweit vorliegender Gemeindelisten des Julius-Kühn-Instituts mit Soll und Ist-Werten zu Kleinstrukturelementen wird eingeschätzt, ob die Gemeinden und die landwirtschaftlichen Betriebe über eine hohe bis noch tolerable bzw. über eine zu geringe Ausstattung mit Kleinstrukturelementen verfügen.
Für ausgewählte Projektregionen wurde ein methodischer Ansatz zur Bewertung der Ökologischen Qualität von ÖLV entwickelt, um vertiefende Untersuchungen zur Agrobiodiversität durchzuführen. Die quantitative Felderhebung der ÖLV-Anteile beruht auf den für die Agrarförderung vorliegenden INVEKOS-Feldblockdaten. Die Feldblockkarten enthalten jedoch nur die ÖLV, die im Rahmen des INVEKOS den Status eines Feldblocks erhalten haben. In den drei Projektregionen handelt es sich dabei um 30 bis 67 % der tatsächlich ermittelten ÖLV. In den Projektregionen wurden alle ÖLV ohne Feldblocknummer zusätzlich erfasst. So wünschenswert die Erfassung und Bewertung sämtlicher landwirtschaftliche genutzten Flächen und der ÖLV wäre, der dafür erforderliche Aufwand übersteigt den Rahmen der mit KUL praktizierten Analyse und Bewertung der betrieblichen Umweltverträglichkeit.

Die qualitative Beurteilung der Landschaftselemente mittels der Ökologischen Qualität (ÖQ) zeigt in den Projektregionen eine Normalverteilung der ÖQ-Noten für die ÖLV mit der Tendenz der Höherbewertung der Gesamtheit der ÖLV.
Somit werden folgende Konsequenzen gezogen:


Der „Verein zur Erhaltung bedrohter Tierarten und ihrer Lebensräume e.V.“ (VEbTiL) in Tübingen ist ein kleiner, gemeinnütziger Naturschutz-Verein, welcher sich im Landkreis Tübingen (Baden-Württemberg) für die Wiederherstellung, den Erhalt und die Förderung wertvoller Lebensräume für seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten einsetzt (www.vebtil.de).

Viele der vom VEbTiL bewirtschafteten und gepflegten Flächen sind Obstbaumwiesen. Wo es sinnvoll ist, pflanzt der Verein hochstämmige Bäume alter, regionaltypischer Sorten nach und verwertet das Obst als sortenreine Säfte und Edelbrände.
Streuobstwiesen sind wertvolle Biotope und Lebensräume geschützter Arten. In Baden-Württemberg ist die Anzahl von Streuobstbäumen in den letzten 50 Jahren um etwa 60 % zurückgegangen. Mit dem Rückgang verschwinden alte, regionaltypische Obstsorten, welche häufig nur noch in Form weniger oder einzelner überalterter Baumrelikte anzutreffen und daher in ihrem Fortbestand akut bedroht sind.

Im Jahr 2015/16 hat die Stöckmann-Stiftung den Erwerb einer 3720 qm großen Wiese bei Reusten ermöglicht. Die bislang intensiv genutzte Wiese in der Nähe des Naturschutzgebiets „Kochhartgraben und Ammertalhänge“ stand zum Verkauf; viele Obstbäume im umgebenden Gebiet waren in den letzten Jahrzehnten verschwunden bzw. die Wiesen in Äcker umgewandelt worden.
Die neu erworbene Wiese wird seit dem Erwerb wieder extensiv bewirtschaftet (als „Heuwiese“ mit ein- bis zweischüriger Mahd und/oder Beweidung, je nach Witterung – ohne Düngung). Zudem wurden 5 hochstämmige Birnbäume mit alten Sorten gepflanzt. Allerdings wird es noch mindestens 15 bis 20 Jahre dauern bis die Bäume nennenswerte Erträge liefern.
Durch den von der Stöckmann-Stiftung geförderten Grunderwerb kann die Anlage der Streuobstwiese und die künftige extensive Nutzung überhaupt erst dauerhaft gesichert werden, denn nur das Eigentum an der Fläche sichert die konsequente Nutzung im Sinne des Natur- und Artenschutzes ohne Wenn und Aber.