

Unsere heimische Kulturlandschaft hat in den letzten Jahrzehnten schwerwiegende Veränderungen durchlebt. Effizientere Maschinen, größere Feldschläge und verstärkter Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln haben nicht nur zu höheren Ernteerträgen geführt, sondern gleichzeitig zahlreichen Arten der Agrarlandschaft ihre Lebensgrundlage genommen. Zu den großen Verlierern dieser landwirtschaftlichen Intensivierung zählt auch die Feldlerche (Alauda arvensis), deren Bestände sich europaweit in weniger als 40 Jahren halbiert haben.
Um den Ursachen dieses dramatischen Rückganges näher auf den Grund zu gehen, hat Manuel Püttmanns im Rahmen seiner Doktorarbeit 2017 das „Göttinger Feldlerchenprojekt“ ins Leben gerufen. Hierbei untersucht ein engagiertes Team aus Biologen und Studenten der Universität Göttingen die genauen Lebensraumansprüche der Feldlerche.

Insbesondere wird erstmals die Habitatnutzung von besenderten Feldlerchen über die gesamte Brutzeit verfolgt. Somit können nicht nur die Nest- und Nahrungshabitate an sich, sondern auch Veränderungen in der Nutzung und ihre Auswirkungen auf den individuellen Bruterfolg festgestellt werden. Außerdem werden ebenfalls Nester unbesenderter Lerchen gesucht und ihr Schicksal dokumentiert. Ein integriertes Monitoring der Insektenvielfalt und -biomasse in den verschiedenen Habitattypen der Agrarlandschaft gibt Aufschluss darüber, wie die Nahrungsverfügbarkeit die Habitatnutzung von Feldlerchen beeinflusst. Am Ende des Projektes sollen mit Hilfe der gesammelten Daten neue Konzepte für Schutzmaßnahmen entworfen werden, die Feldlerchen wieder ein Überleben in unserer intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaft ermöglichen.

In der aktuell noch laufenden Feldsaison 2018 konnten durch insgesamt 17 besenderte Feldlerchen über mehrere Monate hinweg tiefe Einblicke in ihr sonst sehr heimliches Brutgeschäft gewonnen werden. Darüber hinaus wurden über 40 Lerchennester bis zum Ende der Brut begleitet. Es liegt also bereits eine gute Datengrundlage vor, die im kommenden Jahr noch weiter ausgebaut werden wird.
Das Team des Göttinger Lerchenprojektes bedankt sich herzlich für die großzügige Unterstützung durch die Stöckmann-Stiftung!
Manuel Püttmanns
Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie auch in unserem

Das Projekt wurde gemeinsam von der Stöckmann-Stiftung und
der Niedersächsischen WattenmeerStiftung gefördert.

Müll im Meer ist eines der vordringlichsten Probleme unserer Zeit. Der verschwenderische Umgang mit Rohstoffen produziert gewaltige Müllberge. Dieser Müll landet zum Teil auch in die Meere – jährlich mehrere Millionen Tonnen.
Etwa 70 Prozent des Mülls sinkt ab und lagert im oder auf dem Meeresboden, während 15 Prozent an den Stränden angespült wird und weitere 15 Prozent an der Wasseroberfläche bzw. der Wassersäule verbleiben.
An den Stränden der Südlichen Nordsee ergibt sich für den Zeitraum 2001 bis 2015 eine Müllbelastung von durchschnittlich 453 Teilen je 100 Meter Strandabschnitt. Plastik hat mit um die 75 Prozent den größten Anteil am Gesamtmüll. Müll im Meer und am Strand gefährdet See- und Küstenvögel sowie andere marine Arten in erheblichem Ausmaß. Das belegen u.a. in den Schutzgebieten des Mellumrates in Netzresten, Schnüren und anderem Müll verstrickte Brut- und Gastvögel.
Inzwischen hat das Thema Meeresverschmutzung durch Müll und seine Folgen eine große Öffentlichkeit erreicht und ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung und Aktivitäten.
Um den Fokus dieser Problematik in der Öffentlichkeit präsent zu halten, wurde vom Mellumrat e.V. mit finanzieller Unterstützung der Stöckmann-Stiftung und der Niedersächsischen WattenmeerStiftung eine Wanderausstellung „Müll vermeiden – Meere schützen“ erstellt. Mit Original Müllteilen von der unbewohnten Insel Mellum, Präparate von Seevögeln und Schweinswal sowie Poster wird das Ausmaß des Problems „begreifbar“.
Die Ausstellung ist so angelegt, dass sie sowohl Interesse am Thema „Meeresverschmutzung durch Müll und seine Folgen“ weckt, als auch betroffen macht, und zudem zu Eigenverantwortung und Handeln - „Müll vermeiden – Meere schützen“ anregt.
Mittels eines interaktiven Bildschirmes können die Informationen zum Thema anhand von Bildern, Videoclips und Texten vertieft werden.
Die Ausstellung ist als „Wanderausstellung“ konzipiert, d.h. alle Elemente sind so beschaffen, dass sie transportabel sind und sich an unterschiedliche räumliche Gegebenheiten anpassen lassen.


Eine wichtige Aufgabe unserer Stiftung ist die Sicherung bzw. die Herstellung von Nahrungsflächen für den Weißstorch und vielen anderen Tieren und Pflanzen.
Deshalb bemühen wir uns sehr intensiv darum entsprechende Flächen zu bekommen um unsere Ziele langfristig zu sichern. Im Herbst 2016 war es schließlich soweit. Wir konnten eine 6.000 qm große Parzelle in der Isselniederung im Kreis Wesel erwerben. Zahlreiche Spenden, die Förderung der Bezirksregierung Düsseldorf und die größzügige Unterstützung der Stöckmann-Stiftung ermöglichten es uns diese Fläche zu erwerben. Im darauffolgenden Frühjahr wurde diese zuvor intensivst genutzte Parzelle entsprechend bearbeitet und mit regionalem Saatgut der Fa. Rieger-Hofmann eingesät.

Schon im Spätsommer blühten zahlreiche Blumen die bereits viele Insekten, vor allem Schwebfliegen, Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen anlockten. In den nächsten Jahren werden wir diese Fläche zu einer am Niederrhein ehemals typischen Flachlandmähwiese entwickeln. Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Landwirtschaft ist uns deshalb sehr wichtig.
Bereits im Herbst 2017 bestand die Möglichkeit, direkt angrenzend an der bereits erworbenen Fläche, diese um weitere 13.000 qm zu vergrößern. Und wieder unterstützten uns viele Spender, die Bezirksregierung Düsseldorf, die Stöckmann-Stiftung und in diesem Jahr auch die HIT-Stiftung beim Erwerb dieses Grundstücks. Auch diese Fläche wird ab Frühjahr 2019 in eine Flachlandmähwiese entwickelt. Damit steht in den nächsten Jahren eine knapp 20.000 qm große Wiese vielen Insekten und den Weißstörchen als Nahrungsfläche zur Verfügung.


Gerade jetzt, in einer Zeit in der das Insektensterben so dramatische Ausmaße annimmt, versuchen wir gegenzusteuern. Während viel vom Insektensterben geredet wird, handeln wir!
Helfen Sie uns durch eine Spende, damit wir weiterhin aktiv bleiben können!